zur Navigation springen
Der Prignitzer

16. Dezember 2017 | 18:01 Uhr

Breeser monieren Schneckentempo

vom

svz.de von
erstellt am 19.Jan.2012 | 10:24 Uhr

Breese | Stiege das Wasser in Elbe und Stepenitz jetzt weiter - und das ist in Anbetracht der Wetterlage nicht unwahrscheinlich: Die Bilder in Breese würden denen von vor genau einem Jahr gleichen. Als "völlig unbefriedigend" betrachten Werner Steiner, Bürgermeister der Gemeinde, und Gerd Riek von der Breeser Bürgerinitiative für den Deichbau den Fortgang der Dinge, sowohl in Bezug auf die Errichtung des Stepenitzdeiches als auch auf die Planungen für den Bau der L 11. Ein Teil der neuen Landesstraße soll auf dem Deich verlaufen.

In einer öffentlichen Sitzung des Bauausschusses der Gemeindevertretung machten die Anwesenden Dienstagabend aber nicht nur ihrem Unmut Luft, sondern beratschlagten auch das weitere Vorgehen. Auf Bürgermeisterebene habe Breese gemeinsam mit Wittenberge vor, in einem Brief an den Innen- und den Finanzminister des Landes die Situation zu verdeutlichen und auf Tempo in der Umsetzung der Projekte zu drängen, so Steiner. Allerdings machte Gerd Riek bereits die Erfahrung, "dass die Briefeschreiberei nichts bringt, obwohl die Initiative an ihre Schriftstücke stets auch eine Unterschriftenliste anfügte." Er erinnerte an das Versprechen von Innenminister Dietmar Woidke für einen schnellen Deichbau in Anbetracht der prekären Situation Anfang 2011. Was man seither erlebe, grenze an hochgradiges Verschaukeln.

Werner Steiner ärgert insbesondere, dass die Vorbereitungen wohl noch nicht einmal so weit gediehen sind, dass Planfeststellungsunterlagen öffentlich ausgelegt werden könnten und dass Nachkartierungen die Vorhaben in die Länge ziehen. Was das betrifft, stellte Frank Schmidt, Bereichsleiter Planung beim Landesbetrieb Straßenwesen, gestern auf Nachfrage richtig, dass die Planungen für die L 11 Schritt für Schritt voran gingen. Bereits vor einem halben Jahr hatte die zuständige Niederlassungsleiterin des Landesbetriebes, Kerstin Finis-Keck, gegenüber dem "Prignitzer" geäußert, dass mit dem Baubeginn frühestens 2014 zu rechnen sei. Erledigt worden, so Schmidt, seien bereits die Planungsvereinbarung über die Kostenteilung zwischen Landesbetrieb Straßenwesen und Landesumweltamt sowie die Vorplanung für das Projekt. "Wir erstellen derzeit die Entwurfsplanung." Auf einen Termin für die Eröffnung des Planfeststellungsverfahrens wollte er sich indes nicht festlegen. Sehr begrüßenswert fände er es, wenn die beiden Abschnitte des Breeser Deiches, die sich nicht auf der L 11 befinden, bis zum Start des Straßenbaus fertig wären - also vor 2014. Die Chancen dafür stehen gut, wie die Redaktion gestern Abend auf Nachfrage vom Landesumweltamt erfuhr: Die Nachforderungen der Naturschutzbehörde seien vollständig abgearbeitet, alle Unterlagen würden derzeit geprüft. Danach werden die Pläne öffentlich ausgelegt. Zeitgleich wurde der Flächenerwerb für den Deichbau und die Ausgleichs - und Ersatzmaßnahmen vorangetrieben und sei weit fortgeschritten. "Nach dem jetzigen Stand der Dinge ist von einem Baubeginn im zweiten Halbjahr 2012 auszugehen", so eine Sprecherin.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen