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Der Prignitzer

11. Dezember 2017 | 11:04 Uhr

Breese erhält ein eigenes Wappen

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svz.de von
erstellt am 02.Dez.2012 | 07:36 Uhr

Breese | Die Gemeinde Breese mit ihren Orten Groß Breese, Kuhblank und selbstverständlich Breese selbst besitzt jetzt ein eigenes Wappen. Auf weißem bzw. silberfarbigem Grund prangt ein rotes Einhorn. Daneben befindet sich eine Nadel. Ihr Faden ist zu einem "B" geschlungen. Was für größere Städte fast eine Selbstverständlichkeit ist, sei für ländliche Gemeinden eher eine Ausnahme, weiß Bürgermeister Werner Steiner und freut sich, "dass wir Bürger in der Gemeinde haben, die den Stein ins Rollen brachten".

Samstag am frühen Nachmittag war es soweit. Holger Kämmerer als Breeser und Anita Haverland für Groß Breese knüpften die Fahne mit dem amtlich beurkundeten Wappen an den Mast vor dem Groß Breeser Gemeindezentrum.

Auf die Idee mit dem Wappen sind vor allem Breeser gekommen, die im Verein Prignitz Herolde engagiert sind, sich mit Wappenkunde befassen und meist selbst Familienwappen tragen, sagt der Vereinskanzler Hans-Jochen Reimann und nennt Ingo Bodin als Vereinsehrenpräsident sowie Björn Steffenhangen als Mitinitiatoren.

Dass eine Wappengeburt, wenn man sie so bezeichnen will, alles andere als eine leichte Angelegenheit ist, haben diejenigen, die sich damit in den zurückliegenden zwei Jahren befassten, erfahren müssen. "Wir haben lange und intensiv diskutiert, was aus historischer Sicht für unser Wappen zu berücksichtigen ist", erinnert sich Silke Last vom Heimatverein. Ein B, das für Breese und die vormaligen Ortsbezeichnungen steht, sollte unbedingt in dem kommunalen Wappen auftauchen, führt Barbara Gesin, ebenfalls im Heimatverein engagiert, den Gedanken weiter.

Wie sollte aber aus dem Wunsch Wirklichkeit werden? "Buchstaben und Zahlen sind einem Wappen nicht gestattet", sagt Reimann. Die endgültige Lösung präsentierte der aus Baden-Württemberg stammende Heraldiker Sven Schwab. Er schlang den Faden, der aus der Nähnadel kommt, zu einem eleganten "B". Die Nadel steht für die Singer-Häuser, die einen Teil von Breese ausmachen. Das Einhorn - auf Hinweis des Heimatvereins übrigens mit einem Bart ausgestattet - geht auf das Rittergutsgeschlecht derer von Retzow, die Klein, Mittel und Groß Breese beherrschten, zurück. Das Geschlecht führte ein Einhorn im Wappen. Vor Schwab hatten noch vier andere Heraldiker insgesamt 15 Entwürfe für das Breeser Wappen entwickelt. Auf viel Gegenliebe war in der Gemeinde der Entwurf mit einem grünen Wappenrand und noch einem zusätzlichen Lindenblatt als Zeichen von Kuhblank bzw. Groß Breese gestoßen. Das Landeshauptarchiv lehnte ab: zu kleinteilig, zu farbig. Die Gemeindevertreter einigten sich schließlich auf den Entwurf von Schwab. Das Landeshauptarchiv erteilte Breese "die Zustimmung zur Führung von Wappen und Flagge". "Ich denke, das Wappen ist wichtig für uns als Gemeinde Breese", ist Bürgermeister Steiner überzeugt. Es habe Wiedererkennungswert. "Wir werden damit arbeiten, es ist jetzt Teil unserer Identifikation."

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