zur Navigation springen
Der Prignitzer

23. September 2017 | 00:24 Uhr

deichbau Breese : Breese bangt um seinen Deich

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Bürgermeister Werner Steiner befürchtet neue Verzögerungen. Das Landesumweltamt erwartet planmäßigen Baubeginn in diesem Herbst.

svz.de von
erstellt am 06.Mai.2014 | 08:00 Uhr

Die Hoffnungen auf ein geschlossenes Deichsystem bei Breese bis 2017 hält Bürgermeister Werner Steiner für immer unwahrscheinlicher. Seine Zweifel haben einen bestimmten Grund. Der Planfeststellungsbeschluss für drei der insgesamt vier Bauabschnitte liegt noch immer nicht vor. „Der Erörterungstermin liegt inzwischen fast sechs Monate zurück“, sagt Steiner verärgert. Seither haben die Verantwortlichen nichts mehr von sich hören lassen. Der Bürgermeister verlangt endlich Klarheit und Transparenz.

Rückblick: Das neue Deichsystem, das Breese vor dem Wasser schützen soll, wenn die Hochwasser führende Elbe die Stepenitz zurückstaut, wird in vier Bauabschnitten – so genannten Baulosen – entstehen. Die Bauzeit für jeden Abschnitt beträgt etwa ein Jahr.

Für drei Baulose hat das Planfeststellungsverfahren längst begonnen. Der Erörterungstermin fand bereits Mitte November vorigen Jahres statt. Einige Tage später kamen Verantwortliche des Umwelt- und Infrastrukturministeriums Brandenburg nach Groß Breese, um Bürger und Lokalpolitiker über die Bauplanungen zu informieren.

Im ersten Quartal 2014 sollte das Planfeststellungsverfahren demnach abgeschlossen werden, dann könne es den Planfeststellungsbeschluss geben, hieß es damals vom Referatsleiter im Landesumweltamt, Thorsten Thadday. Erst wenn dieser Beschluss vorliegt, kann gebaut werden – sofern niemand von seinem Recht Gebrauch macht und Klage erhebt.

Vor wenigen Tagen dann informierte Umweltministerin Anita Tack, dass die Planfeststellung für den Breeser Deichbau bis zum Ende des zweiten Quartals 2014 abgeschlossen sein werde (der „Prignitzer“ berichtete). Damit verschiebt sich der Baustart erneut. „Das ist doch alles viel zu ungenau“, sagt Werner Steiner. „Auf welcher Basis trifft Frau Tack denn diese Aussage?“ Ihm fehle ein konkreter Ablaufplan, der Schwarz auf Weiß festhält, wann was gebaut wird.


Behörde: Liegen im Zeitplan


Mit dem Planfeststellungsbeschluss sei bis Ende des zweiten Quartals 2014 zu rechnen, heißt es aber auch auf Nachfrage unserer Redaktion aus dem Landesumweltamt. Man liege damit noch immer im Zeitplan, so dass die Fertigstellung des Deichsystems 2017 abgeschlossen werden könne, versichert die Behörde.

Derzeit werden durch das Planungsbüro die Ausführungsplanungen für die Baulose 1 und 3a erstellt. „Auf Grund der Dringlichkeit und Priorität der Maßnahme erfolgt die Erarbeitung parallel zum Planfeststellungsverfahren, um nach Erhalt eines Planfeststellungsbeschlusses in der Planung soweit fortgeschritten zu sein, dass eine Ausschreibung beider Baulose zeitnah erfolgen kann“, so Doris Lorenz, Pressesprecherin im Landesumweltamt.

Der Baubeginn für die Baulose 1 und 3a sei ab September 2014 vorgesehen. 2015 sollen die Abschnitte fertig sein. Im Anschluss soll bis 2016 Baulos 4 realisiert werden, als letztes folgt bis 2017 Baulos 3b, der Abschnitt der Kreisstraße K7031.

Das Planfeststellungsverfahren für den Hochwasserschutz Breese Baulos 2 läuft als Teil des Vorhabens „L11 OU Breese/Deichbau Breese Baulos 2“ beim Landwirtschaftsministerium als Planfeststellungsbehörde. Wenn ein Planfeststellungsbeschluss für dieses Vorhaben vorliegt, werde die Reihenfolge der Arbeiten eventuell umgestellt werden müssen.

In dieser Woche wolle Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) Breese besuchen, so Steiner. Woidke selbst steht für das Bauprojekt in der Pflicht. Zerknirscht hatte er im vergangenen Jahr zur Kenntnis genommen, dass einige Breeser seit 2002 das dritte Mal Wasser im Haus zu stehen hatten. Woidke versprach in seiner Funktion als damaliger Innenminister im Beisein unserer Zeitung, dass er kein viertes Mal nasse Füße in Breese bekommen möchte und sich nachdrücklich für einen zügigen Deichbau einsetzen werde.



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen