Feuer vernichtet Autos : Brandserie in Grube reißt nicht ab

Die Kameraden konnten beim nächtlichen Einsatz den Unterstand nur kontrolliert abbrennen lassen.
Die Kameraden konnten beim nächtlichen Einsatz den Unterstand nur kontrolliert abbrennen lassen.

Gemauerter Unterstand geht nachts in Flammen auf. Polizei geht von Brandstiftung aus

svz.de von
12. August 2016, 20:00 Uhr

Es war Donnerstagabend kurz vor zehn, als Pieper und Sirenen in Grube, Bad Wilsnack, Kuhblank, Kletzke, Legde und Groß Lüben die Kameraden der freiwilligen Feuerwehren zum Einsatz riefen. „Schuppen in Vollbrand, nähe Wohngebäude“ hieß die Alarmmeldung. Schon wieder in Grube. Nicht nur die Feuerwehren rückten aus, sondern auch die Polizei machte sich sofort auf den Weg.

Als die Einsatzkräfte am Ort des Geschehens im Wittenberger Weg ankamen, stand ein massiv gemauerter Unterstand voll in Brand. Hier lagerten die Eigentümer ungefähr 100 Raummeter Brennholz für den kommenden Winter ein. Außerdem waren zwei Pkw hier untergestellt. Alles wurde ein Raub der Flammen. Insgesamt 43 Einsatzkräfte zählte Einsatzleiter Daniel Helmchen. Nach gut einer Stunde vergeblicher Mühe, die Flammen zu löschen, fiel die Entscheidung, den Schuppen kontrolliert abbrennen zu lassen. „Das Ablöschen würde nur mehr Zeit und Wasser in Anspruch nehmen, aber die Fahrzeuge und den Schuppen nicht mehr retten, zudem besteht keine Gefahr mehr für umliegende Gebäude“, so der Tenor nach der Beratung von Amtsbrandmeister Roland Muntau, seinen Stellvertretern und der Polizei vor Ort.

Stefan Rannefeld von der Polizeidirektion Nord in Neuruppin bemerkte gestern auf „Prignitzer“-Nachfrage, dass die große Hitze- und Rauchentwicklung ein Grund war, den Unterstand kontrolliert abbrennen zu lassen. Die Schadenshöhe werde momentan mit etwa 20  000 Euro angegeben. Und er bestätigt einen Verdacht, den viele in Grube haben, denn „wir als Polizei gehen von Brandstiftung aus“, so Rannefeld.

Fassungslos standen Nachbarn und Bewohner des Ortes in der Brandnacht zu gestern am Gartenzaun. Noch fassungsloser waren die Hausbesitzer, die mit ansehen mussten, wie Schuppen, Holz und Autos den Flammen zum Opfer fielen. Der eine oder andere konnte in dieser angespannten Lage nicht mehr an sich halten, und verlangte von der Polizei, endlich den Feuerteufel zu überführen und festzusetzen, bevor in Grube noch mehr passiere.

Der Brand ist nun schon der dritte innerhalb von knapp drei Wochen. Am Abend des 24. Juli ging das Haus der Familie Uttke im Plattenburger Weg in Flammen auf. Die Eheleute konnten entkommen. Die Tatortgruppe des Landeskriminalamtes bestätigte dort einen Fall von Brandstiftung. Nur etwa eine Woche später, am 30. Juli, brannte gegen 1 Uhr nachts Stroh, das in einer Scheune in der Gruber Dorfstraße gelagert war. Ein Anwohner erlitt eine Rauchgasvergiftung. Laut Brandermittlern war auch hier eine Selbstentzündung auszuschließen.

Die Kameraden würden mittlerweile mit einem mulmigen Gefühl rausgehen, wenn aus Grube alarmiert wird, meint Amtsbrandmeister Roland Muntau. „Wir sprechen viel mit den Kameraden und Bürgern, dass sie wachsamer sind und die Augen offen halten.“ Ein fataler Nebeneffekt wäre es, wenn man bei dem, was im Ort passiert, gegenüber den eigenen Nachbarn misstrauischer werde.

„Wir sind in enger Abstimmung mit der Polizei und den Ortsvorstehern“, sagte Gerald Neu, Ordnungsamtsleiter Bad Wilsnack/Weisen. Man müsse aber mit allen Informationen vorsichtig umgehen. „Die Leute im Ort sind schon genug verunsichert. Es gilt, erstmal das Ergebnis der vergangenen Nacht abzuwarten.“ Ein Patentrezept, wie die Brandserie zu stoppen ist, gebe es nicht. „Alle müssen wachsam sein“, so Neu.

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