Baustelle Mühlenstraße : Brandschutz nicht durchdacht

Die Bauzaunfelder sind fest miteinander verbunden. Im Notfall kostet das der Feuerwehr wichtige Zeit.   Collage: Reik Anton/Denny Schröter
Die Bauzaunfelder sind fest miteinander verbunden. Im Notfall kostet das der Feuerwehr wichtige Zeit. Collage: Reik Anton/Denny Schröter

Die Karthanehalle in Bad Wilsnack ist von Bauzäunen umringt / Die Umleitung zur Sportstätte ist für Feuerwehrfahrzeuge ungeeignet

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06. November 2017, 21:00 Uhr

Bauzäune riegeln derzeit das Areal rund um die Karthanehalle ab der Kreuzung Karl-Liebknecht- und Mühlenstraße in Bad Wilsnack weiträumig ab. Grund: Die Mühlenstraße soll erneuert werden.

Doch diese Absperrung stellt die Retter von der Feuerwehr und auch den Notarzt vor ein Problem. „Die offizielle Umleitung über die Straße An der Bahn und dann durch die Unterführung ist für unser Löschfahrzeug nicht geeignet“, sagt Ingo Schmücker, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr der Kurstadt. Denn die Durchfahrtshöhe der Unterführung beträgt drei Meter, die meisten Einsatzfahrzeuge sind jedoch 20 bis 30 Zentimeter höher. Ähnlich sei es mit Rettungswagen, meint Schmücker. Er sieht auch ein Problem beim Bauzaun. „Dessen Elemente sind fest miteinander verschraubt. Im Notfall kommen wir da nur mit Verzögerung durch. Wären sie gesteckt, wäre es für uns leichter.“ Schmücker betont, dass er nicht meckern, sondern lediglich auf die Gefahren hinweisen wolle. „Wenn etwas passiert, ist es zu spät und im Nachhinein ist man immer schlauer.“ Auch der direkte Weg von der Feuerwache zur Karthanehalle, der über den Grünen Weg und die Kleingartenanlage mit ihren unbefestigten und schmalen Wegen führt, scheint für große Löschfahrzeuge nur schlecht geeignet. „Und wie wird es erst, wenn die Asphaltschicht von der Mühlenstraße entfernt worden ist?“, fragt Schmücker. Ebenfalls für problematisch erachtet er die Situation am Wohnblock, der in zweiter Reihe an der Karl-Liebknecht-Straße steht. Auch dort sei die Zufahrt wegen des Garagenkomplexes und der Bäume zu schmal. Seines Wissens habe es bisher keine offizielle Baubesprechung gegeben, in der mit der Feuerwehr zusammen ein Rettungswegekonzept besprochen worden wäre.

Das bestätigt Peter Rollenhagen, Leiter des Bauamtes Bad Wilsnack/Weisen, gestern auf Redaktionsnachfrage. „Es gab bisher keine Besprechung, an der die Feuerwehr teilgenommen hat.“ Die zuständige Baufirma habe allerdings ihr Konzept vorgestellt. Peter Rollenhagen erklärt weiter, dass im Ernstfall die Bauzaunelemente entfernt werden können. „Die Feuerwehr kann jederzeit handeln.“ Doch es sei richtig, dass die Zaunfelder miteinander verschraubt seien. „Da werden wir nochmal mit der Baufirma sprechen.“ Rollenhagen räumt ein, dass die Bahnunterführung für ein Löschfahrzeug zu niedrig sei, jedoch passten Rettungswagen hindurch. Alles in allem wird sich noch Einiges in Sachen Brandschutz tun müssen. Wie es laufen kann, zeigt die Baustelle an der Wunderblutkirche. „Wir haben mit den Bauleuten gesprochen und sie lassen uns einen etwa ein Meter breiten Weg über die Baustelle, um vom Wasserhydranten zur Kita gelangen zu können“, erklärt Ingo Schmücker.

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