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Der Prignitzer

25. November 2017 | 09:11 Uhr

Brandenburg will seine Jugend politisieren

vom

svz.de von
erstellt am 02.Feb.2012 | 10:51 Uhr

Potdam | Staatssekretär Burkhard Jungkamp vom Bildungsministerium weist jeden Verdacht kategorisch von sich. Nein, der Landesregierung und den sie tragenden Parteien gehe es nicht darum, plumpe Wahlwerbung zu betreiben. Politische Bildung sei ein Auftrag an sein Ministerium und daran habe sich durch die Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre auch nichts geändert. Er jedenfalls könne keinen Interessenskonflikt erkennen, wenn die Regierung versuche, möglichst viele Jungwähler an die Urnen zu bekommen. Eine Einschränkung macht er dann doch. Es sei natürlich so, "dass wir dem Einfluss von Rechtsextremisten begegnen wollen", sagt Jungkamp. Auf Nachfrage ergänzt er dann, dass dies im Prinzip auch für Linksextremisten gelte, "aber die stellen das geringere Problem dar."

Bereits heute werde auf kommunaler Ebene versucht, bei Kindern und Jugendlichen Verständnis für die politischen Entscheidungsprozesse zu gewinnen.

In aller Regel sind dies Gremien wie Beiräte, in denen junge Menschen zunächst ihre Vorstellungen diskutieren und dann auch in die kommunalen Vertretungsorgane einbringen können. Davon gibt es inzwischen fast zwei Dutzend im Land, zumeist in den rund um Berlin liegenden Kommunen, aber beispielsweise auch in Templin oder Prenzlau.

Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz und seine Kreisstadt Senftenberg nehmen dabei eine besondere Rolle ein, weil dort die Aktivitäten auch wissenschaftlich von der Universität Potsdam begleitet werden. So berichtet Sarah Herz davon, wie sie sich zusammen mit anderen Jugendlichen in Senftenberg um bessere Freizeitmöglichkeiten für ihre Altersgenossen kümmert. Und sie erzählt vom "Alkoholtest", bei dem Jugendliche Testkäufe machen. Diese und andere Aktivitäten der Jugendlichen werden von einer Gruppe von Studenten begleitet. Die gewinnen ganz praktische Erfahrungen darin, wie Jugendarbeit vor Ort erfolgreich zu gestalten ist.

Für solche Initiativen stellt das Land bislang knapp 80 000 Euro im Jahr zur Verfügung. Jetzt hat der Landtag kurzerhand mit der Absenkung des Wahlalters weitere 250 000 Euro im Landeshaushalt freigemacht. Eine konkrete Vorstellung, wie mit diesem Geld umzugehen sein wird, hat die rot-rot-grüne Mehrheit allerdings nicht. So kommt das Schul- und Jugendministerium in die ganz ungewöhnliche Verlegenheit, auf eine Haushaltsbewilligung mit einem noch nicht vorhandenen Konzept reagieren zu müssen. Das werde man schon schaffen, sagt Jungkamp.

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