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Brandenburg sucht junge Ärzte auch im Ausland

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erstellt am 07.Nov.2011 | 07:34 Uhr

Potsdam | Der Ärztemangel auf dem Land erfordert nach Überzeugung von Brandenburgs Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke) eine noch engere Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern. "Da sind alle Potenziale zu nutzen", sagte Tack gestern in Potsdam. Die Ministerin forderte erneut eine attraktivere Aus- und Weiterbildung für Hausärzte. Auch höhere Honorare seien denkbar für Praxen in unterversorgten Regionen.

Die Branche fordert vor allem eine andere Bedarfsplanung: In Brandenburg habe ein Arzt 10 bis 15 Prozent mehr Patienten zu versorgen als dies im Bundesdurchschnitt der Fall sei, so die Kassenärztliche Vereinigung (KV).

Das Problem ist alt: Demografischer Wandel und Einwohnerschwund in dünn besiedelten Regionen der Mark sorgen für lange Wege oder Wartezeiten bei den Patienten. "Wir sind der Anker in der Region", so Jens-Uwe Schreck von der Landeskrankenhausgesellschaft. "Wenn kein Arzt da ist, dann suchen die Menschen Hilfe in der Notaufnahme."

Aus seiner Sicht ist ein Limit erreicht. "Wir können nichts mehr kompensieren." Derzeit seien 170 Stellen in den Kliniken unbesetzt. Mit Werbung, beispielsweise auch in Österreich, werde versucht, das Interesse vom Nachwuchs zu wecken. In den Praxen auf dem Land sieht es nicht besser aus. Laut KV fehlen etwa 170 Hausärzte und 15 Fachärzte. Nicht nur die Patienten werden immer älter, auch die Mediziner. Knapp 30 Prozent sind älter als 60. In wenigen Jahren werden diese Praxen schließen - Nachfolger sind nicht in Sicht.

Ein Dilemma, dem Brandenburg versucht zu trotzen. Kliniken in Cottbus und Brandenburg/Havel arbeiten dabei mit Hausärzten und Kardiologen zusammen. Um junge Mediziner für Brandenburg zu begeistern, fördert die KV seit 2009 Studenten bei ihrer Ausbildung: 3500 Euro gibt es monatlich neben der Hilfe bei der Organisation von Praktika. Mehr als 80 junge Mediziner wurden im ersten Halbjahr 2011 gefördert. In der Vergangenheit seien immerhin etwa die Hälfte der jungen Menschen geblieben.

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