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Der Prignitzer

18. November 2017 | 13:26 Uhr

Brandenburg - ein Land in Zahlen

vom

svz.de von
erstellt am 19.Mär.2012 | 09:27 Uhr

Mit 29 483 Quadratkilometer ist Brandenburg das fünftgrößte deutsche Bundesland. 2 503 273 Millionen Menschen leben hier - der niedrigste Stand, den die amtliche Bevölkerungsstatistik für das Land Brandenburg seit der Vereinigung Deutschlands ermittelt hat. Mit 18 954 Babys kamen 2010 zwischen Oder und Elbe 417 Kinder mehr zur Welt als 2009. Dies ist die höchste Zahl an Lebendgeburten seit 1991. Im Jahr 2010 sind 27 894 Brandenburger verstorben, 585 mehr als 2009. Somit ergab sich ein Geburtendefizit von 8940 Personen.

Fast alles lässt sich messen, berechnen und in Zahlen pressen. Die Ergebnisse finden sich in dicken Berichten bei den Statistischen Ämter. So ist dort zu entnehmen, dass sich in Brandenburg 2010 genau 12 585 Paare das Jawort gaben - das waren mehr als 2009 (12 066 Eheschließungen). Geschieden wurden 5190 Ehen - und damit etwas weniger als im Vorjahr (2009: 5323 Scheidungen). Die Zahl der Beschäftigten hat im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent zugenommen. 2010 waren im Schnitt 1,1 Millionen Menschen in Brandenburg erwerbstätig.

Die Potsdamer hatten mit 49 Sommertagen deutlich mehr von der schönen Jahreszeit als etwa die Bewohner von Neuruppin. Dort wurden nur an 37 Tagen 25 Grad Celsius und mehr gemessen.

Landwirtschaft: 5566 Agrarfirmen

Die 5566 Landwirtschaftsbetriebe verfügen über eine landwirtschaftlich genutzte Fläche von zusammen 1 323 691 Millionen Hektar. Die Flächenausstattung mit durchschnittlich 237 Hektar je Betrieb und Hof gehört zu den größten in Deutschland. Rund eine Million Hektar ist Ackerland, 286 000 Hektar Grünland. Auf immerhin 3100 Hektar wird Baum-und Beerenobst angebaut. Im Jahr 2010 waren insgesamt 36 500 Arbeitskräfte mit betrieblichen Arbeiten beschäftigt. 2010 hatten die Landwirte insgesamt 580 000 Rinder, 793 000 Schweine und 9,5 Millionen Stück Geflügel eingestallt. Darüber hinaus hielten sie 102 000 Schafe. Brandenburg gehört mit zu den führenden Öko-Anbauern. 690 Bio-Betriebe bewirtschaften zusammen 140 795 Hektar.

Tourismus: Elf Millionen Übernachtungen

Der verregnete Sommer im vergangenen Jahr hielt die Touristen nicht ab, Brandenburg zu besuchen. Der Aufschwung hält an. 2011 wurden 4,1 Millionen Gäste im Land begrüßt, das waren 4,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die meisten Gäste kamen in das Reisegebiet Seenland Oder-Spree (661 698), gefolgt von den Gebieten Spreewald (545 254) und Ruppiner Land (495 389).

Erstmals wurden 2011 mehr als elf Millionen Übernachtungen registriert. Unter den ausländischen Besuchern stellten zum ersten Mal mit rund 114 700 Übernachtungen die Polen die stärkste Gruppe und lösten mit einem Anteil von 15 Prozent die Niederländer an der Spitze ab.

Gefängnis: Die wenigsten Häftlinge

In Brandenburg sitzen gemessen an der Einwohnerzahl deutlich weniger Menschen hinter Gittern als im bundesweiten Durchschnitt. Auf je 100 000 Einwohner kommen in der Mark 63 Gefängnisinsassen, im bundesweiten Durchschnitt sind es 85. Die Quote hänge maßgeblich von kriminalpolitischen Vorstellungen und vom Verhalten der Strafverfolgungsbehörden und der Gerichte ab, erklärte Justizminister Volkmar Schöneburg. Deshalb wird derzeit die Schließung der Justizvollzugsanstalt Frankfurt (Oder) diskutiert. In den sechs Vollzugsanstalten des Landes gibt es derzeit 2123 Plätze, davon sind nur etwa 1380 belegt. Bis 2014 soll darum die Anzahl der Haftplätze auf 1750 reduziert werden.

Einkommen: 2600 Euro unter Bundesschnitt

Über Geld redet man nicht, man hat es. Nicht so in Brandenburg: Das verfügbare Einkommen ist mit 16 398 Euro je Einwohner im Jahr zwar das höchste im Vergleich der neuen Länder. Doch 22 Jahre nach der Deutschen Einheit fällt Brandenburg im Bundesvergleich deutlich ab. Der durchschnittliche Bundesbürger hat immer noch rund 2600 Euro mehr in der Kasse. An der Spitze der Einkommensskala lag der Kreis Potsdam-Mittelmark mit einem verfügbaren Einkommen von 18 075 Euro je Einwohner, am Ende die Kreise Uckermark (14 807 Euro) und Ostprignitz-Ruppin (15 194 Euro). Zum Vergleich: In Hamburg verfügt jeder Einwohner über 24 137 Euro, in Bremen 21 156 Euro.

Wohnen: 1 258 854 Wohnungen

Landesweit gibt es 1 258 854 Wohnungen. Seit 2004 hat sich deren Zahl um 12 000 und die verfügbare Wohnfläche je Einwohner von 37,9 Quadratmeter auf nun 40,2 Quadratmeter vergrößert. Die Wohnfläche pro Wohnung beträgt aktuell im Landesdurchschnitt 78,6 Quadratmeter. In den kreisfreien Städten schwankt sie zwischen 66,3 und 69, 7 Quadratmetern und in den Landkreisen 73,6 und 88,5 Quadratmetern. Der Bestand an Wohngebäuden setzte sich aus 450 207 Einfamilien-, 82 407 Zweifamilien- und 82 407 Mehrfamilienhäusern zusammen. In den Mehrfamilienhäusern befanden sich 643 833 Wohnungen, das sind 51,1 Prozent des gesamten Wohnungsbestandes.

Kinder: 1 47 978 Plätze in Kitas

Die Betreuung von Kindern in Kindertageseinrichtungen sowie durch Tagesmütter und -väter ist in Brandenburg in den zurückliegenden fünf Jahren deutlich ausgebaut worden. So besuchten im März 2010 insgesamt 1 47 978 Kinder unter 14 Jahren eine Kindertageseinrichtung oder wurden in Kindertagespflege betreut. Nach Angaben des Statistischen Amtes waren das 16 Prozent mehr gegenüber 2006. Die Zahl der genehmigten Plätze in Kindertagesstätten stieg innerhalb der vergangenen vier Jahre von 145 748 auf 165 527 und die Zahl der dort tätigen Personen erhöhte sich um knapp zehn Prozent. Auch gab es 2010 rund ein Drittel mehr Tagesmütter bzw. Tagesväter als 2006.

Hochschulen Mehr als 51 000 Studierende

Die Zahl der Studenten an Brandenburgs Hochschulen ist so hoch wie noch nie. Derzeit sind 51 623 Studenten an den Universitäten und Fachhochschulen des Landes eingeschrieben, wie das Amt für Statistik mitteilte. Das sind 682 oder 1,3 Prozent mehr als im Wintersemester 2010/2011 und neue Rekordmarke in Brandenburg. Die Frauenquote beträgt in diesem Semester 50,7 Prozent und liegt damit auf dem Vorjahresniveau.

9 499 angehende Akademiker, rund 500 weniger als im Jahr davor, begannen in diesem Herbst ein Studium an einer Hochschule in Brandenburg. Allein an den Universitäten in Potsdam und Viadrina in Frankfurt (Oder) sowie an BTU in Chemnitz schrieben sich 4242 Studienanfänger ein, das waren 124 Erstimmatrikulierte weniger als im Vorjahr.

Industrie: 23 Milliarden Euro Umsatz

Brandenburgs Industrie hat ihre Umsätze im vergangenen Jahr nach vorläufigen Berechnungen kräftig gesteigert. Wie das Statistikamt Berlin-Brandenburg mitteilte, stiegen die Erlöse 2011 gegenüber 2010 um mehr als 14 Prozent auf knapp 23 Milliarden Euro. Die 434 Betriebe mit 50 oder mehr Beschäftigten hätten mehr als 16 Milliarden Euro im Inland erwirtschaftet und knapp sieben Milliarden außerhalb der Landesgrenzen im Exportgeschäft. Die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich um 7,5 Prozent auf mehr als 78 600. Das Land hat größere Industrieunternehmen 2011 mit mehreren hundert Millionen Euro unterstützt. Rund 350 Millionen Euro Fördermittel wurden seit 2007 investiert. Rund 3000 dauerhafte Arbeitsplätze seien so geschaffen worden. Mit rund 10 000 Mitarbeitern stellt die Chemie- und Kunststoffbranche jeden neunten Arbeitsplatz in der brandenburgischen Industrie.

Bevölkerung: 100 000 Menschen weniger

Die Brandenburger werden immer weniger. Zum Vergleich: Am 3. Oktober 1990, als das Bundesland aus der Taufe gehoben wurde, gab es noch 2 602 404 Einwohner. Inzwischen sind es nur noch 2 503 273 (Stand Ende 2010). Durch Abwanderung und niedrige Geburtenrate verlor das Land rund 100 000 Menschen. In den Regionen verlief diese Entwicklung jedoch unterschiedlich. Die Städte, besonders Cottbus, Frankfurt/Oder und Brandenburg an der Havel verloren kontinuierlich Einwohner an die im Umland gelegenen Gemeinden. Aber auch aus den Landkreisen, wie der Prignitz und der Uckermark ziehen die Einwohner weg. Die Landeshauptstadt Potsdam konnte hingegen deutlich mehr neue Einwohner begrüßen.

Bauen: 67 Euro pro Quadratmeter

Für Bauland wurde in Brandenburg ein Durchschnittspreis von 67 Euro je Quadratmeter (2009: 65 Euro) errechnet. Deutlich gestiegen sind die Preise für Bauleistungen. Der Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern war im November 2011 um 3,1 Prozent teurer als ein Jahr zuvor, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilte. Bei Mehrfamiliengebäuden lag der Zuwachs sogar bei 3,6 Prozent. Damit sei bei den Baukosten für Wohngebäude erstmals seit Februar 2009 wieder die Drei-Prozent-Marke überschritten worden. Der Bau neuer Gewerbebauten kostete 3,8 Prozent mehr als im November 2010, wie es weiter heißt.

Bundesweit lag der Durchschnittspreis für einen Quadratmeter Bauland bei knapp 130 Euro. Deutlich tiefer mussten die Süddeutschen in die Tasche greifen. In Baden-Württemberg waren 195 und in Bayern sogar 223 Euro fällig. Am teuersten war Bauland in Hamburg, wo je Quadratmeter 489 Euro gezahlt wurden. Die niedrigsten Preise wurden in Sachsen-Anhalt (24 Euro) und Thüringen (33 Euro) gezahlt.

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