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Feuerwehreinsatz in Quitzow : Brand in Recyclinganlage

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Feuerwehr konnte Übergreifen verhindern, dennoch rund 150.000 Euro Schaden. Technischer Defekt gilt inzwischen als sicher

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erstellt am 10.Aug.2017 | 20:45 Uhr

Kriminaltechniker agierten am Donnerstagfrüh auf dem Gelände der Recyclinganlage im Gewerbegebiet Quitzow. „Die Anlage wurde polizeilich beschlagnahmt“, sorgt Toralf Reinhardt, Pressesprecher der Polizeidirektion Nord, auf Nachfrage für Aufklärung. Der Grund: Am Mittwoch gegen 17.15 Uhr wurden die Perleberger Feuerwehren hier zum Einsatz gerufen. „Brand der Förderbandanlage“ lautete die Alarmierung.

Eine unübersehbare Rauchsäule wies ihnen schon von Weitem den Weg. Unter Atemschutz und mit Schaum nahmen die Kameraden den Kampf gegen die Flammen auf, die drohten, weitere Maschinen zu erfassen. „Die Feuerwehr hat schnell agiert und gute Arbeit geleistet“, bescheinigt Toralf Reinhardt den Kameraden. Ein Übergreifen des Feuers auf weitere Technik konnte so verhindert werden.

Nachbarn der Recyclingfirma hatten bemerkt, dass offensichtlich ein Förderband, das sich in einer offenen Halle der Recyclinganlage befindet, Feuer gefangen hatte. „Sie alarmierten sofort die Feuerwehr und die dann uns“, so Reinhardt.

Rund 50 Kameraden unter Maik Müller, der den Einsatz leitete, löschten mit Schaum Förderbandanlage, Bagger und das hier gelagerte Recyclingmaterial. Zur Unterstützung forderten die Perleberger noch das Tanklöschfahrzeug aus Karstädt an. Dieses konnte aber auf dem Weg nach Quitzow den Einsatz abbrechen, da es nicht mehr benötigt wurde, ist vom Perleberger Stadtwehrführer Thomas Gäde, der hier als Maschinist agierte, zu erfahren. Gegen 20 Uhr war der Einsatz beendet. „Jeder Handgriff saß, die Kameraden kennen unseren Betrieb“, betont Inhaber Ulrich Schröder und verbindet damit ein Dankeschön. Als Firma, die sogenannte Ersatzbrennstoffe produziert, bestehe hier immer die Gefahr eines Brandes. „So halten wir auch spezielle Löschmittel und -technik vor“, erläutert Schröder. Genauso wichtig sei, dass die Kameraden die Gegebenheiten hier kennen. Das habe sich einmal mehr ausgezahlt.

Schlimmeres wurde zwar verhindert, dennoch ist der Schaden beachtlich. Reinhardt spricht von rund 150 000 Euro. In Sachen Brandursache liege ein technischer Defekt nahe, so Reinhardt gestern morgen. Man habe aber auch ein Verfahren hinsichtlich des Verdachtes der fahrlässigen Brandstiftung eingeleitet, um ganz sicher zu gehen. Einen konkreten Verdacht gebe es dafür aber derzeit nicht. Wie die kriminaltechnischen Untersuchungen schließlich ergaben, ging der Brand offenbar von einem elektrischen Sicherungs- und Schaltschrank aus. Von diesem wurden die Schredderanlage sowie das Förderband der Sortieranlage gespeist, hieß es am Nachmittag in der Pressemitteilung der Polizei.

Die Umweltbehörde des Landkreises war sowohl am Donnerstag als auch am Mittwoch auf dem Firmengelände tätig. Drei Aspekte standen für sie im Blickpunkt, bestätigt Kreissprecher Frank Stubenrauch. Durch den Brand seien zum einen gefährliche Abfälle entstanden, die nun ordnungsgemäß entsorgt werden müssen. Zum anderen wurde durch den Schaum und das Löschwasser auch verbranntes Kunststoffgranulat aufgenommen.

Ein künstlicher Damm, der am Mittwoch sofort errichtet worden war, verhinderte, dass Löschwasser in den Boden eindringen konnte. Natur und der Boden, samt Grund- und Oberflächenwasser, seien nicht gefährdet. „Die fragliche Fläche ist betoniert, so dass nichts ins Erdreich eindringen konnte“, führte Frank Stubenrauch aus. Vielmehr bescheinigt die Umweltbehörde des Landkreises der Firma, dass sie in dieser Frage gut aufgestellt sei.

 

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