Evakuierung in Wittenberge : Bombenfund am Rehwischdeich

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2000 Wittenberger und Weisener müssen bis Donnerstag früh ihre Häuser verlassen. Kampfmittelbeseitigungsdienst wird amerikanische Sprengbombe entschärfen.

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21. Juli 2014, 13:31 Uhr

Wittenberge/Weisen In unmittelbarer Nähe des ehemaligen  „Delphin“-Bades liegt eine Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Der Blindgänger muss entschärft – die Fachleute  sprechen von neutralisiert – werden. Das soll am  Donnerstag geschehen. Drei Spezialisten  von der Kampfmittelbeseitigung beim Zentraldienst der Polizei Berlin-Brandenburg rücken dazu an.

In Wittenberge müssen laut Verwaltung an die 2000 Bürger ihre Wohnungen verlassen. In Weisen sind nach Angaben des zuständigen Ordnungsamtes 86 Bürger vor allem in Waldhaus betroffen. Ab 8 Uhr darf sich niemand mehr im Sperrkreis von 1000 Metern um die Fundstelle herum aufhalten.

Die Stadt Wittenberge stellt als Unterkunftsstellen die Räumlichkeiten in der Allende-Grundschule und die dazu gehörige Turnhalle zur Verfügung. Man gehe aber davon aus, sagte gestern Bürgermeister Dr. Oliver Hermann, dass die meisten Evakuierten bei Verwandten, Bekannten oder Freunden Aufnahme finden. Auf jeden Fall sei ein Transfer mit Bussen eingerichtet. Diese fahren am Donnerstag um 7.30 Uhr zu den Unterkunftsstellen – und zwar von allen im Sperrbereich befindlichen Bushaltestellen. Zusätzlich wird eine Bushaltestelle am Zellwolleweg 16 eingerichtet. Da auch Teilabschnitte der B 189 gesperrt werden, entfallen Buslinien. Betroffen sei die Linie 924 ab 10 Uhr  Wittenberge – Perleberg. Innerhalb der Stadt sei diese Linie aber gesichert, so die Verwaltung. Laut städtischer  Informationen muss auch die ICE-Strecke Berlin – Hamburg sowie Wittenberge  – Perleberg zeitweise gesperrt werden.  Um 10 Uhr will der Kampfmittelbeseitigungsdienst mit der Bombenentschärfung beginnen. Das allerdings nur, wenn wirklich auch der letzte Bürger den Sperrbereich zu dem Zeitpunkt verlassen hat, betonen Bürgermeister Dr. Oliver Hermann  und der Leiter des Ordnungsamtes in Bad Wilsnack/Weisen, Gerald Neu.  Das Amt stellt die Räumlichkeiten des Landmarktes in Weisen  als Unterkunftsstelle für seine Bürger bereit. Ein Transfer mit Bussen wird in Weisen ebenfalls eingerichtet. Die Busse fahren am Donnerstag um  7.15 Uhr im Bereich Waldhaus zum Landmarkt Weisen ab.

Wie lange die Evakuierung andauert, vermag derzeit noch niemand zu sagen. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hofft nach eigenem Bekunden, gegen Mittag die Aktion abschließen zu können.

Über das Ende der Evakuierung wollen die Stadt- und die Amtsverwaltung per Sirenen bzw. Feuerwehrsondersignal, sowie Lautsprecherdurchsagen, über den Rundfunk und die sozialen Netzwerke informieren.

Die Sprengbombe ist bei Untersuchungen entdeckt worden, die dem Ausbau des Rehwischdeichs zwischen Wittenberge und Weisen vorangingen. Der Blindgänger ist amerikanischer Herkunft. Bekannt ist, dass am 22. Februar 1945 amerikanische Kampfflugzeuge in den Mittagsstunden Wittenberge bombardierten und dabei auch das „Delphin“-Bad trafen.

Fakten und Zahlen: Evakuierungen

 • Wittenberger, die sich nicht ganz sicher sind, ob ihr Haus in der Evakuierungszone liegt, können sich an das Bürgerbüro im Rathaus wenden. Auch alle anderen Fragen im Zusammenhang mit der Evakuierung werden dort nach Möglichkeit beantwortet.

• Das Büro ist heute unter der Telefonnummer 03877/9510 von 8 bis 20 Uhr zu erreichen, am Mittwoch von 8 bis 22 Uhr, am Donnerstag ab 8 Uhr.

• Die Amtsverwaltung Bad Wilsnack/Weisen bittet die betroffenen Bürger in ihrem Verantwortungsbereich, zur besseren Koordinierung der Evakuierung ihres Hauses bzw. ihrer Wohnung sich an das Gemeindebüro Weisen, Telefon 03877/72922, oder an den Bürgermeister  David Leu unter Telefon 0160/5565836 zu wenden.

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