zur Navigation springen

Evakuierung in Breese : Bomben liegen näher an Häusern

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Truppführer Gerd Fleischhauer und Amt informieren über den Ablauf der Bombensprengung in Breese

von
erstellt am 13.Feb.2017 | 04:50 Uhr

Keine Spur von Nervosität. Aufmerksam hören Breeser Einwohner Truppführer Gerd Fleischhauer vom Munitionsbergungsdienst zu. Schnell wird Freitagabend in der Sporthalle klar, die für den 23. Februar geplante Sprengung der Bomben ist kein Routineeinsatz.

„Im vergangenen Jahr waren es zwölf Bomben. Jetzt rechnen wir mit 18.“ Ob es wirklich alles Bomben sind oder doch nur Munitionsreste, werden die nächsten Tage zeigen. „Ab dem 20. Februar beginnt die heiße Phase“, so Fleischhauer. Seine Männer werden die Anomalien prüfen. Sie liegen zwischen 2,50 und vier Meter tief unter der Erde. Gesprengt wird wohl in jedem Fall. Vorausgegangen waren etwa 90 000 Bohrungen im Untersuchungsgebiet.

Ein Satz lässt aufhorchen: „Wir sind bisschen näher an den Häusern dran“, sagt Gerd Fleischhauer. Die Breeser nehmen diese Worte gefasst auf. Nach dem reibungslosen Einsatz im vergangenen Jahr zeigen sie Vertrauen ins das Können der Experten.

Ordnungsamtsleiter Gerald Neu erklärt den Ablauf des Tages. Ab 8 Uhr sollte der Sperrkreis von allen Bewohnern verlassen sein. Wer Unterkunft und Versorgung durch die Gemeinde im Dorfgemeinschaftshaus Groß Breese annehmen möchte, kann ab 7.15 Uhr mit dem Pendelbus fahren. Anmeldungen sind erwünscht, aber auch kurzfristig sei das möglich.

„Fenster ankippen, Gasherde ausschalten und überprüfen, Elektrogeräte ausschalten, Medikamente nicht vergessen“, zählt Neu auf. Bis 16 Uhr müssen sich die betroffenen Einwohner auf die Evakuierung einstellen.

Spätestens dann soll alles vorbei sein. „Soll“, betont Gerald Neu. Damit das gelingen kann, muss alles klappen. Halten sich noch Personen im Sperrbereich auf, bedeutet das Verzögerungen. Alle 18 Anomalien für die Sprengung vorzubereiten, wird mehr Zeit brauchen als im vergangenen Jahr. „Ich kann nicht mit mehr Leuten arbeiten“, erklärt Fleischhauer. Das wäre zu gefährlich.

Zufahrten sind gesperrt, die Polizei kontrolliert. Landwirte sollten weidende Tiere umsetzen. Nicht im Sperrbezirk liegt die Grundschule. Der Unterricht findet regulär statt. Buskinder können heimwärts fahren, im Sperrbezirk wohnende Kinder werden bis 16 Uhr in der Schule betreut. Sollte der Einsatz länger dauern, steht die Turnhalle als Unterkunft zur Verfügung. Reicht die Zeit gar nicht aus, muss die Entschärfung notfalls am Folgetag beendet werden.

Über dem gesamten Sperrbereich besteht ein Flugverbot für Drohnen. Ein Verstoß führe nicht nur zum Abbruch des Einsatzes, sondern kann für den Verursacher auch sehr teuer werden, warnt Gerald Neu mehrfach.

Die Medien werden über die Entwarnung informieren. zusätzlich geben die Sirenen Wittenberge und Breese einen Dauerton. „Richten Sie sich auf diesen Tag ein, helfen Sie uns, damit es zu keinen Verzögerungen kommt“, bittet Amtsdirektor Torsten Jacob.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen