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Gärtnerei hält an Zuchttradition fest : Blumen-„Uroma“ zeigt ihre Pracht im Schaufenster

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die Floradienst GmbH hält an einer Tradition fest und züchtet bis heute Alpenveilchen besonderer Güte

Beim Anblick dieser Pracht wird einem warm ums Herz. Zu DDR-Zeiten waren hochblühende Schnittalpenveilchen in den Wintermonaten die Blume überhaupt. Und die Kunst eines Gärtnermeisters wurde an der Qualität seiner Alpenveilchen gemessen.

Die GPG Luckenwalde hatte sich in jenen Tagen auf die Zucht jener Blüher aus dem Mittelmeerraum spezialisiert, berichtet Wolfgang Freier, gelernter Gartenbauingenieur. Auch in der Perleberger Friedhofsgärtnerei baute man sie an. Nach der Wende, wo es urplötzlich zu allen Zeiten alles gab, da führten die Alpenveilchen dann eher ein stiefmütterliches Dasein. Insbesondere die Orchideen liefen den üppig blühenden Pflanzen aus der Familie der Primelgewächse den Rang in den Wohnstuben ab.

Die Floradienst GmbH allerdings hielt an der Tradition fest. 1000 Stück wurden alljährlich produziert, erst noch aus dem Samen der Luckenwalder, später aus selbst gewonnenem. Auch jetzt stehen wieder 1000 Alpenveilchen eigener Zucht im Gewächshaus, und die Nachzucht fürs nächste Jahr ist bereits angelegt. „Im Juni sind die Samen reif, die Pflanze wirft dann alle Blätter ab“, erzählt Wolfgang Freier.

Während die „Samenlieferanten“ ihre Schuldigkeit getan haben, geht das Freiersche „Uralpenveilchen“ in die Sommerruhe, nimmt seinen Platz unter dem riesigen Pflanztisch ein. Ab und an, immer wenn der Gartenbauingenieur im Ruhestand, wie er sich heute selbst bezeichnet, mal dran denkt, dann gibt es einen Schluck Wasser. Ende August, Anfang September erwacht das ehrwürdige Gewächs zu neuem Leben.

Die Pflanze selbst sei temperaturmäßig recht anspruchslos. Bei wenig Sonnenschein reichen ihr zehn Grad Celsius, um prächtig zu gedeihen. „Alpenveilchen lieben es eher kühl als zu heiß.“ Und wie pflegt man sie? „Wir gießen unsere per Schlauch von oben. Sie sind es gewöhnt, sie mögen es.“

Doch die meisten im Handel angebotenen Pflanzen werden im sogenannten Ebbe-Flut-Verfahren groß gezogen. Das heißt: Wasser wird angestaut, die Pflanze saugt sich voll, dann wird das Nass wieder abgelassen. Das sollte man auch beibehalten und stets darauf achten: „Nasse Füße mögen sie nicht“. Dann hat man lange seine Freude an der Pflanze.

Wie gesagt, das älteste Exemplar von Seniorchef Wolfgang Freier bringt es bereits auf 20 Jahre. „Ich habe selbst ein Alpenveilchen gesehen, das 50 Jahre alt war“, berichtet der Gärtnermeister. Ein passendes Geschenk also zur grünen Hochzeit, wenn man davon ausgeht, dass auch die goldene noch gefeiert wird.

Übrigens, das riesige Alpenveilchen, das es auf einen Knollendurchmesser von schätzungsweise 25 Zentimetern bringt, ist ab morgen im Geschäft der Floradienst GmbH in der Berliner Straße im Schaufenster eine Woche lang zu bewundern. Wer aber einen Tipp vom Fachmann persönlich haben möchte, der sollte sich an Wolfgang Freier in der Friedhofsgärtnerei wenden.

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erstellt am 09.Jan.2014 | 08:00 Uhr

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