Protestaktion auf B189 : Blockadedemo für freie Fahrt

Eine Lkw-Kolonne wälzte sich bis auf die Brücke. Dort war erstmal Schluss.
Eine Lkw-Kolonne wälzte sich bis auf die Brücke. Dort war erstmal Schluss.

Wirtschaftsunternehmen aus der Prignitz und der Altmark fordern zügigen Bau der A14 - B189 rund eine Stunde dicht

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13. September 2015, 21:00 Uhr

Hupkonzert im Schritttempo: Auf der B 189 geht am Samstag um 11 Uhr zwischen dem Einkaufszentrum WEZ und Seehausen gar nichts mehr. Zwei Kolonnen aus Lkw und Transportern lokaler Wirtschaftsunternehmen machen dicht und wollen so auf die aus ihrer Sicht unerträglichen Verzögerungen beim Bau der Autobahn A   14 hinweisen.

Die Namen auf den Fahrzeugen repräsentieren Schwergewichte der Prignitzer Wirtschaft: Vion, Reisedienst Westprignitz, ElbePort, Austrotherm, Becker Umweltdienste, Schorisch-Magis. Alle sind deutschlandweit aktiv, auf gute Verkehrsanbindungen angewiesen und genervt davon, wenn Zusagen nicht eingehalten werden. „Wir sind uns alle einig, dass die Region die A   14 als Transportachse in den Süden und den Norden braucht“, sagte Dr. Manfred Wäsche, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Potsdam. „Klar ist, dass der Bund die Mittel für den Bau bereitstellt, Voraussetzung ist aber, dass die Länder ihre Hausaufgaben machen und die Planungen fertig werden.“

Mit der Protestaktion wolle man noch einmal Flagge zeigen und klar machen, wie wichtig der Zügige Bau der Autobahn ist. „Der Blick in Richtung Mecklenburg-Vorpommern zeigt ja, dass es funktioniert. Von Karstädt aus geht es bald zügig in den Norden“, sagt Wäsche. „Allerdings gibt es jetzt auch Signale, dass es bis Ende 2015, Anfang 2016 einen Planfeststellungsbeschluss für die Elbquerung und den Trassenverlauf bei Wittenberge gibt.“

Wittenberges Bürgermeister Dr. Oliver Hermann verwies auf die Tatsache, dass die Forderung nach der Autobahn weniger politisch als vielmehr wirtschaftlich motiviert seien. „Vielen Firmen wurde die A 14 versprochen, auch deswegen haben sie sich hier angesiedelt. Und angesichts grüner Einwände wegen des Schutzes von Tierarten, die dann womöglich nicht einmal im Baugebiet vorkommen – siehe Ziegenmelker – hält sich das Verständnis für den ständigen Aufschub natürlich in Grenzen.“

In der Blechlawine hinter der Protestkolonne, die für eine Kundgebung mitten auf der Elbbrücke stoppte, mischten sich Verständnis und Wut. „Ich kann den Ärger nachvollziehen und habe Verständnis für die Aktion“, sagte Elisabeth Schmidt aus Schwerin, die zum Klassentreffen in die Altmark wollte. Ein Mann, der seinen Namen nicht nannte, sieht es anders: „Warum machen die das am Wochenende, wo der normale Bürger einfach nur seine Ruhe haben will? Das sollte im Berufsverkehrs passieren, wo es wirklich weh tut.“ „Sowas geht gar nicht, damit verärgert man nur die anderen, und schneller geht der Bau dadurch auch nicht“, meint Marian Detlow aus Seehausen, und Gitta Heidrich, die auf dem Rückweg aus dem Urlaub ist, kontert: „Die Autobahn hätte schon vor zehn Jahren fertig sein sollen. Mit ihren Klagen nehmen die Naturschützer andere in Geiselhaft, die einfach nur ankommen wollen.“

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