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Feuer nach Gewitter : Blitzschlag setzt Häuser in Brand

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Einfamilienhaus in Wittenberge Nord brennt völlig nieder / Anwohner in der Külz-Straße löschen Feuer im Dachstuhl selbst

Mehrere heftige Blitzschläge erschüttern in den Morgenstunden des Pfingsmontag die Elbestadt. Die dunkle Vorahnung einiger Feuerwehrleute bestätigt sich kurz nach 9 Uhr, als die Pieper zu einem Wohnhausbrand in die Paul-Linke-Straße rufen. Als die Wehren am Unglücksort eintreffen, steht der Dachstuhl des Einfamilienhauses bereits in hellen Flammen. Vom Boden und von der Drehleiter aus schießen die Wasserstrahlen in das Inferno, doch nur langsam gelingt es, das Feuer einzudämmen.

Um 9.32 Uhr der Schock: Die Meldeempfänger klingeln erneut, „Dachstuhlbrand Hochhaus, Külzstraße“ steht im Display. Einsatzleiter Holger Rohde disponiert um. Zwei Fahrzeuge bleiben vor Ort, sollen die inzwischen einigermaßen gebändigten Flammen in Schach halten. Zwei andere Fahrzeuge, darunter die Drehleiter, rücken ab. Vor Ort am Külzberg angekommen, entspannen sich die Gesichter. Es glimmt lediglich im Dachgebälk eines Fünfgeschossers.

„Eine Frau von Gegenüber hat den Blitzeinschlag gesehen und uns gewarnt“, sagt Bewohner Horst Mühlfried. Daraufhin seien er und sein Nachbar Walter Klabuhn auf den Dachboden gegangen, um nachzusehen. „Es hat ein bisschen gekokelt, und mit Sand und Wasser haben wir versucht, zu Löschen.“ Die Feuerwehrmänner übernehmen schließlich mit der Kübelspritze die Arbeit, schnell kann Entwarnung gegeben werden. Die Feuerwehr aus Weisen, die zusätzlich alarmiert wurde, kann unverrichteter Dinge abrücken.

Unterdessen wird in der Paul-Linke-Straße noch immer gelöscht, vom Dach aus hat sich das Feuer auf die gesamte Inneneinrichtung ausgebreitet. Eine Frau steht in einiger Entfernung und weint. „Das ist meine Frau, sie ist mit den Nerven völlig fertig“, sagt Roland Beer, während er der Feuerwehr erstaunlich gefasst dabei zusieht, wie sie von seinem Haus die Dachziegel herunter reißen, um Glutnester freizulegen. „Wir waren gerade auf dem Weg nach Hannover, als uns etwa auf Höhe Arendsee der Anruf unserer Nachbarn erreichte, die uns mitteilten, was los ist.“

Im November 2001 ist er mit seiner Frau in das Einfamilienhaus eingezogen, dass nun in Schutt und Asche liegt. „Wenn ich jetzt auch noch die Nerven verliere, ist niemandem geholfen. Ich hoffe nur, dass die Versicherung das schnell und unbürokratisch regelt.“ Zunächst könnten sie bei den Nachbarn unterkommen, sagt Beer, Verwandtschaft hätten sie in Wittenberge keine.

Noch während der Löscharbeiten kommt auch Uwe Karger vom städtischen Ordnungsamt an den Ort des Geschehens und bietet der Familie Hilfe an. „Sie kommen morgen zu uns ins Büro, und dann versuchen wir, über die Wohnungsbaugesellschaft der Stadt oder die Genossenschaft Elbstrom eine möblierte Wohnung zu finden, um die Betroffenen erstmal unter zu bringen. Auch vom Hausrat ist ja nichts mehr übrig geblieben.“

„Wir haben getan was wir konnten, aber es war nichts zu retten“, zog Einsatzleiter Holger Rohde Bilanz. Gefahr für angrenzende Gebäude habe nicht bestanden, und man könne von Glück reden, dass niemand verletzt worden sei.


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erstellt am 09.Jun.2014 | 12:34 Uhr

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