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Rehwischdeich in Wittenberge : Blindgänger im Rehwischdeich?

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Der zweite Ausbau-Teilabschnitt in Wittenberge wird auf mögliche Kampfmittel aus dem 2. Weltkrieg untersucht.

svz.de von
erstellt am 19.Mai.2014 | 22:00 Uhr

Auf der alten B 189 aus Richtung Kreisel von Weisen kommend steht rechts ein kleines Schild der GRV Luthe GmbH – Rettungsweg–, das links auf einen Sandweg in den Wald führt. Für Ottonormalverbraucher nicht zugänglich, führt dieser doch zur Baustelle am Rehwischdeich. Mit Spindelbohrern arbeiten sich dort die Mitarbeiter der Kampfmittelbeseitigungs GmbH auf dem Deichabschnitt vor. „Durch magnetische Messungen können wir erkennen, ob Eisen in der Erde liegt“, erklärt André Müller, Technischer Einsatzleiter vom Kampfmittelbeseitigungsdienst, Zentraldienst der Polizei Land Berlin-Brandenburg.

Während die Ausbauarbeiten im ersten Teilbereich des Rehwischdeiches in Wittenberge zwischen dem Bahninstandhaltungswerkes und dem ehemaligen Delphin-Bad auf Hochtouren laufen, wird das Gelände des zweiten Teilabschnittes derzeit noch auf mögliche Kampfmittel aus dem 2. Weltkrieg untersucht.

„Anhand von Kriegsluftbildern wurde ermittelt, dass benannter Bereich bombardiert wurde. Daraus folgt, dass dort mit Bombenblindgängern zu rechnen ist“, teilte Horst Reinhardt, ebenfalls vom Kampfmittelbeseitigungsdienst, auf Prignitzer-Anfrage mit. Im Umfeld des Rehwischdeiches waren auf den Luftbildern massive Bombentrichter erkennbar. Ohne Erkenntnisse über Kampfmittel im Untergrund von sogenannten Verdachtsflächen wie es der Bereich des Rehwischdeiches ist, besteht während der Bauzeit und darüber hinaus eine unkalkulierbare, potenzielle Langzeitgefahr für Leib und Leben, wie es aus der Pressestelle des Landesumweltamtes heißt.

In einem Raster von zwei mal zwei Metern und auf einer Länge von 465 Metern erfolgen in diesem Abschnitt seit Mitte März Bohrungen, die von der GRV Luthe Kampfmittelbeseitigungs GmbH aus Ludwigsfelde vorgenommen werden. „Die Bohrungen führen bis zu einer Tiefe zwischen fünf bis acht Metern“, berichtet Müller. Rund 4250 Bohrungen müssen bewältigt und in dieser Woche abgeschlossen werden. Probleme gab es bisher keine, bislang wurden lediglich einige Bombensplitter gefunden, wie Horst Reinhardt weiter mitteilte. Allerdings erfolgt nach Abschluss der Bohrungen und Messungen die Öffnung der Anomalie. „Wenn wir die Auswertungen vorliegen haben, dann wird sich zeigen, wo wir noch nachgehen müssen“, erklärt der Technische Einsatzleiter.

Bei einem Fund müssen die Kampfmittel fachgerecht geborgen werden. „Das muss dann in Abstimmung mit der Firma geschehen. Von daher ist dann alles zeitlich schwer kalkulierbar“, sagt der Experte vom KMBD.

Der Rehwischdeich zwischen der L 11 in Höhe des Bahnwerkes und der alten B 189 hinter dem ehemaligen Bad soll im November vollständig erneuert sein. Der Deich wird als eine Sofortmaßnahme zur Flutschadensbeseitigung auf einer Gesamtlänge von rund einem Kilometer sowohl verbreitert als auch an die neue Hochwasserbemessungsgrenze am Elbpegel Wittenberge angepasst. Er erhält eine neue Höhe von 7,99 Metern plus 0,86 Meter Freibord, also zusätzliche Sicherheitshöhe.

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