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Der Prignitzer

17. Oktober 2017 | 17:17 Uhr

Blick in Fenster der Vergangenheit

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erstellt am 31.Okt.2012 | 08:06 Uhr

Perleberg | Die Rolandstadt ganz im Zeichen der Historie und des Heute: Mit der Eröffnung der archäologischen Dauerausstellung im Stadt- und Regionalmuseum hatte die 5. Perleberger Museumsnacht bereits ihr Highlight. Prominenz aus Politik und Wirtschaft, die eigent lichen Geldgeber - Ostdeutsche Sparkassenstiftung, Sparkasse Prignitz, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg - für die Neugestaltung der Exposition waren gekommen. Allerdings über Geld wurde nicht geredet - ohne Besucher nütze auch die größte Investition nichts, so sinngemäß Patricia Werner von der Geschäftsführung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung. Ein großes Kompliment machte sie all jenen, die mit der neuen archäologischen Ausstellung einen nicht alltäglichen Blick in das Fenster der Vergangenheit ermöglichen. Dr. Susanne Köstering, Geschäftsführerin des Museumsverbandes Brandenburg e. V., sprach von einer ganz anderen Handschrift, die die Dauerausstellung verkörpere, wie man sie bisher nur in großen Museen finde. Das Bisherige mit dem Modernen zu einer Einheit werden zu lassen, das obliege nun dem dritten Bauabschnitt, zu dem die Umgestaltung des Eingangsbereiches des Museums gehöre, so Köstering. "Und der wird kommen", versicherte Hans Rothbauer, stellvertretender Bürgermeister, vor aussichtlich 2014.

Sich auf den archäologischen Pfad zu begeben, 12 000 Jahre Geschichte der Stadt und auch darüber hinaus zu entdecken, dazu lud Dr. Uwe Koch, Referatsleiter im Kultus-Ministerium, ein. Und das taten etliche Prignitzer und Gäste der Stadt, begehrten Einlass zu später Stunde in Museum, Kirche, Galerie und bei den Oldtimerfreunden. Bedingt durch den einleitenden Vortrag des neuen wissenschaftlichen Museumsmitarbeiters, Dr. Peter Knüvener, über den Weg mittelalterlicher Kunstwerke von Hamburg, Den Haag und Nottingham in die Prignitz, mussten sich die anderen Partner etwas gedulden, bis sich Besucher einstellten. In der St. Jacobi-Kirche wurden diese dann gar musikalisch begrüßt, denn der Posaunenchor hatte seine turnusmäßige Probe. Der große Leuchter, der 1475 in der Hammerschmiede von Harmer Bornstaede in Hamburg entstand, das Kreuzi gungsrelief von 1361 oder das Gedächtnisbild (1539), das dem Bürgermeister Johann Kornow gewidmet ist, zählen zu den ältesten Exponaten in der Kirche. Roswitha Richter weiß zu berichten, das Letzteres seit seiner Restaurierung 1694 in der linken oberen Ecke schemenhaft die Silhouette der Stadt zeige. "Alte Perleberger sagen, man schaue beim Betrachten durch ein Schlüsselloch."

Alle halbe Jahre neue Bilder, grafische Kunstwerke namhafter Künstler des 20. Jahrhunderts, gibt es in der Galerie im Wallgebäude zu entdecken. Zu den neuesten zählt ein Aquatinta von Joan Miro, berichtet Hanno Reck. Übrigens, er ist der Ideengeber der Museumsnacht, wobei er auch die historische Altstadt da ganz konkret einbezogen hätte. Technik der Altvorderen, die begeistert, die fanden Petra und Heinz Koebe im Oldtimermuseum. Selbst ein Fan von Oldtimern, die Zuhause noch auf ihre Restaurierung warten, war der Triglitzer schier fasziniert von dem, was sich bot. "Hätte ich in so einer kleinen Stadt nie erwartet."

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