zur Navigation springen

Regionalen Wachstumskern : Blick in die Zukunft ohne rosa Brille

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Fachkräftesicherung, Energiewende und Modernisierung beim Neujahrsempfang des Regionalen Wachstumskerns im Fokus

von
erstellt am 13.Jan.2015 | 21:12 Uhr

„Wettbewerbsfähige Wirtschaft und ein leistungsfähiger Sozialstaat sind für mich zwei Seiten einer Medaille, denn das Geld, das ein der Sozialstaat ausgibt, muss erst einmal verdient sein. Und ich will mich dafür einsetzen, dass die Rahmenbedingungen für die Unternehmen, die das Geld verdienen, stimmen.“

Albrecht Gerber, Brandenburgs Minister für Wirtschaft und Energie, ließ bei seiner Rede gestern Abend auf dem Neujahrsempfang des Regionalen Wachstumskerns Prignitz keinen Zweifel daran, welche Bedeutung er seinem Ressort beimisst. Fachkräftesicherung auf regionaler Ebene, landesweite Innovations- und Modernisierungsförderung besonders für kleine und Mittlere Unternehmen – Stichwort Meisterprämie für die Gründung von Betrieben – und Augenmaß bei Großprojekten wie der Energiewende sieht er als zentrale Notwendigkeiten, die er aktiv mitgestalten wolle.

Weiterhin betonte Gerber die Stellung der Wirtschaftsförderer vor Ort als Schnittstellen zwischen Unternehmen und Landespolitik. Ein Blick auf die Entwicklung des Arbeitsmarktes, auf die Pendlerquote und industrielle Neuansiedlungen zeigt, dass die Regionalen Wachstumskerne in den zehn Jahren ihrer Entwicklung den Erwartungen gerecht geworden seien. „Wir blicken optimistisch in die Zukunft, aber ohne die rosarote Brille.“

Dass die Prignitz tatsächlich wirtschaftsfreundlich ist, bestätigte Gerald Prinzhorn, Geschäftsführer der Firma Austrotherm Dämmstoffe, in seinem Referat. „Von der Einreichung des Projekts bis zum ersten Spatenstich für unser Werk in Wittenberge vergingen nur drei Monate – so schnell ging es nirgendwo sonst.“ Allerdings, so räumte er ein, müsse man darauf achten, es mit dem Umweltschutz – so wichtig er auch sei – nicht zu übertreiben und Ansiedlungen zu gefährden.

Dass ausgerechnet an dieser Stelle Applaus einsetzte, weist auf den Konflikt hin, der entstehen muss, wenn sich ein Paradies für Naturtouristen – als dass sich die Prignitz gerne vermarktet – auch wirtschaftlich entwickelt. Mit dem Elbeport Wittenberge, dem Wunsch nach 345 schiffbaren Tagen auf der Elbe und nicht zuletzt der A  14 waren in den Vorträgen und Diskussionen weitere Themen gefunden, bei denen die Interessen der Wirtschaft und der Naturschutz auch künftig aneinander geraten dürften.

„Wir haben von Landesseite alles getan, um den Autobahnbau voranzubringen“, kommentierte Gerber den Prignitzer Dauerbrenner abschließend. Jetzt sind die Einwendungen da, und wir müssen dem Rechtsstaat seinen Lauf lassen.“  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen