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Die besonderen Kartoffeln aus Berge : Blaue Schweden und Tannenzapfen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Landwirt aus Berge hat alte Kartoffelsorten für sich als Marktnische entdeckt. Ständig werden Sorten auf Prignitztauglichkeit getestet

svz.de von
erstellt am 01.Aug.2017 | 21:00 Uhr

Hartmut Lossins Leidenschaft sind die Kartoffeln. In seinem Agrarbetrieb in Berge baut er vornehmlich Knollen für die Stärkeproduktion an. Aber schon seit rund 25 Jahren experimentiert er auf seinen Ackerflächen mit den verschiedensten Sorten. So baut er versuchsweise auf kleinen Arealen Arten an, die zum Teil sogar noch keinen Namen und keine Sortenzulassung haben, um herauszufinden, ob diese für die Prignitzer Boden- und Wetterverhältnisse geeignet sind.

Im Vorjahr hatte Hartmut Lossin dann auf einer kleinen Fläche begonnen, alte Sorten wieder anzubauen. Dabei griff er auch auf Erfahrungen anderer Agrarbetriebe zurück, die sich dieses Themas bereits seit einiger Zeit angenommen haben.

In diesem Jahr hat er die Anbaufläche bei Berge für die „Rosa Tannenzapfen“ und die „Blauen Schweden“ deutlich ausgebaut. Mit den Speisekartoffeln will er sich ein weiteres wirtschaftliches Standbein schaffen. „Viele Menschen wollen nicht mehr nur die hellschaligen Sorten, sie schätzen des Geschmacks und Aussehens wegen auch die bunten Sorten“, erläutert Lossin. „Und die Standardsorten können sie ebenso gut in den Einkaufsmärkten erwerben. Alte Sorten bieten hingegen eine Marktnische, lassen sich auch über das Internet absetzen.“ In Berge stieß der Anbau alter Kartoffelsorten durch Hartmut Lossin unter anderem auf Veranstaltungen des Dorf- und Kulturverein auf positive Resonanz und Kaufinteresse. Denn Liebhaber mussten bisher weit für den Kauf fahren oder das Internet nutzen.

Auch eine weitere Idee des Landwirts, auf seinen Feldern mehrere Kartoffelsorten nebeneinander zu pflanzen, erkennbar an den verschiedenen Blühfarben, erfreute viele Bürger. Den optischen Effekt ergänzt noch ein informativer, kleine Schilder zeigen an, um welche Sorten es sich handelt.

2017 sollte nach Einschätzung von Hartmut Lossin trotz der Unwetter ein gutes Kartoffeljahr in der Prignitz werden. „Zwar gibt es wegen der starken Niederschläge einige Flächen mit geringeren Erträgen durch Vernässungsschäden. Das wird aber mehr als wettgemacht durch höhere Erträge auf Äckern, die sonst eher zu trocken sind.“ 

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