Prignitz Verkehr : Blaue Blitze gegen Wildwechsel

Die blauen Reflektoren an den Leitpfosten sollen Wildtiere erschrecken, sodass sie zurück in den Wald laufen.
Die blauen Reflektoren an den Leitpfosten sollen Wildtiere erschrecken, sodass sie zurück in den Wald laufen.

Spezielle Reflektoren an Prignitzer Straßen sollen Zusammenstöße von Autos und Tieren vermeiden

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08. April 2015, 08:00 Uhr

Tagsüber nimmt man die kleinen blauen Reflektoren, die an Leitpfosten unter anderem an der B  189 zwischen Babekuhl und Cumlosen und an der L  10 zwischen Perleberg und Bad Wilsnack angebracht sind, kaum wahr. Nachts hingegen entfalten sie ihre Wirkung, wie unser Leser Norbert Weise in einer Mail an die Redaktion beschrieb.

„Als ich am frühen Morgen gegen 3.40 Uhr mit dem Auto von Perleberg nach Bad Wilsnack fuhr, fiel mir auf, dass zwischen dem Hotel und Restaurant ‚Zur kleinen Residenz‘ und dem Parkplatz an der Kurve an den Straßenbegrenzungs-Pfosten beidseitig zusätzlich blaue Reflektoren angebracht sind. Ich konnte mir bis jetzt nicht vorstellen, wozu das gut ist. Allerdings bemerkte ich, dass plötzlich drei Rehe wieder zurück in den Wald gingen, als das Blau im Scheinwerferlicht aufleuchtete, während das Wild die normalen Reflektoren gar nicht und diese angebundenen CDs überhaupt nicht beeindruckt. Hat das was wirklich mit den blauen Reflektoren zu tun? Wenn ja, warum sind nicht überall diese blauen Reflektoren an den Pfosten?“

Auf beide Fragen weiß Georg Baumann, Geschäftsführer des Landesjagdverbandes Brandenburg, eine Antwort. „Seit einiger Zeit testen wir diese blauen Reflektoren in Brandenburg, es gibt dazu sogar ein Forschungsprojekt des Landesjagdverbandes in Kooperation mit dem ADAC. Wir wissen inzwischen, dass Wildtiere das kurzwellige, blaue Licht am intensivsten wahrnehmen, daraus ergibt sich die Verwendung von Reflektoren mit hohem Blauanteil.“

Das Zwischenergebnis der Studie zeige, dass sich bis zu 80 Prozent der Unfälle durch die blauen Reflektoren vermeiden lassen, erklärt der Fachmann.

Die Frage der flächendeckenden Montage dieser offensichtlich wirksamen Wildabwehrmaßnahme ist, wie so oft, eine der Kosten. „In der Regel müssen die Jagdpächter die Reflektoren selbst finanzieren, und das geht mit fünf bis zehn Euro pro Stück ordentlich ins Geld.“

Ingo Matthaes von der Landesstraßenmeisterei in Quitzow bestätigt, dass die Ausstattung der Leitpfosten mit entsprechenden Wildwarnvorrichtungen in der Verantwortung der Jagdpächter liege. „Wenn eine entsprechende Anfrage kommt, muss der Straßenbaulastträger darüber entscheiden. Aber im Fall der blauen Reflektoren scheint das wirklich eine praktikable Lösung zur Vermeidung von Wildunfällen zu sein.“

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