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Der Prignitzer

25. November 2017 | 10:47 Uhr

Blasmusiker feiern „Atemlos“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Zum 45-jährigen Bestehen proben die „Löcknitztaler Musikanten“ neben der traditionellen Stücke auch moderne Hits

von
erstellt am 16.Okt.2014 | 22:26 Uhr

Wer denkt, Blasmusik ist öde und völlig außer Mode, den belehren die „Löcknitztaler Musikanten“ eines besseren. „In unseren Proben steht gerade Helene Fischers ,Atemlos durch die Nacht‘ auf dem Plan“, erzählt der musikalische Leiter des mittlerweile 45 Jahre alten Ensembles, Ewald Felscher, aufgeregt.

Als das Orchester am 5. Oktober 1969 seinen ersten Auftritt hatte, und an Schlagerstar Helene Fischer noch nicht mal zu denken war, spielten die Musiker österreichische, böhmische und deutsche Stücke mit Tuba, Trompete und Co. Zwar sind die klassischen Stücke auch heute noch beim Publikum beliebt, „Nachwuchs lässt sich damit jedoch schwerer gewinnen“, sagt Felscher.

Auch die Zahl der Auftritte auf Stadt-und Dorffesten oder anderen Veranstaltungen ist gesunken. Früher seien es an die hundert gewesen, heute nur noch ein Viertel davon, erklärt Felscher. Verantwortlich dafür sieht er u. a. den demografischen Wandel. Dennoch: Für die Bemühungen, junge Talente zu gewinnen, erhielten die Löcknitztaler erst im letzten Jahr von der Jugend- und Kulturstiftung der Sparkasse Prignitz eine Förderung von 2500 Euro für den Kauf einer neuen Musikanlage. Die nutzen die aktuell 13 Mitglieder der Blaskapelle für einen Blick über den Tellerrand, indem sie auf Schlagergranaten wie „Bitte mit Sahne“ oder „Griechischer Wein“ und nicht zuletzt „Atemlos“ setzen.

Doch nicht nur die Musik hat sich geändert. Immer wieder musste sich die Band in ihrer Geschichte Umbrüchen stellen. Zu Wendezeiten drohte den Blasmusikern gar die Auflösung ihrer Kapelle. „Arbeitsbedingt gingen viele von uns in den Westen, die Mitgliederzahl sank drastisch.“ Doch aus der Not entstehen die besten Lösungen. Drum wurden kurzerhand die eigenen Kinder der restlichen Musiker mit an Bord geholt. Für Ewald Felscher damals wie heute ein Heimspiel. Der ehemalige Musiklehrer gab dem Nachwuchs fleißig Unterricht: Trompete, Tenorhorn, Saxophon, auch Klarinette – alles Instrumente, die der 75-Jährige selbst spielen kann. Dazu kommen 90 Märsche, 70 Polkas und mehr als 50 Walzer, die der musikalische Leiter in petto hat.

Dank seiner Früherziehung, können sich die „Löcknitztaler Musikanten“ heute als Drei-Generationen-Kapelle betiteln. Männer und Frauen zwischen 16 und 75 Jahren leben zusammen ihre Leidenschaft für die Blasmusik aus. Jeden Freitag treffen sie sich zum Proben, was häufig nicht so einfach ist. „Die Hälfte der Kapelle arbeitet oder studiert. Nicht alle schaffen es dann immer ins Probeschlößchen.“ So nennen Ewald Felscher und seine Mitmusiker den Proberaum im Hause des ehemaligen Vorsitzenden Achim Kluth. In ihm findet die Blaskapelle eine ebenso beständige Größe wie in Felscher. Seit 1971, damals 15 Jahre jung, spielt Kluth in dem Ensemble und ist damit dienstältester Musikant.

Zusammen wollen die Mitglieder der Kapelle mit ihren Partnern morgen in Dahses Kuhstall den 45. Geburtstag feiern.

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