zur Navigation springen

Musiker treffen sich in Wittenberge : Bläser erobern das Gemeindehaus

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Für zehn Tage geben Trompeten, Posaunen und Hörner den Ton an. Abschlusskonzert morgen in der Stadtkirche

von
erstellt am 05.Aug.2017 | 10:00 Uhr

„Ich sage unseren Teilnehmern immer, Sie müssen zwar Urlaub nehmen, aber ein Urlaub wird es nicht.“ Kurz und treffend charakterisiert so Landesposaunenwartin Barbara Barsch die von ihr geleitete zehntägige Bläserrüste. Zum fünften Mal sind Bläser, die samt und sonders Mitglieder in kirchlichen Gemeindechören sind, zu Gast im hiesigen Gemeindehaus. Sie alle sind schon Könner auf der Trompete, der Posaune, dem Horn. Und sie wollen noch besser werden. Die Chance dazu bietet die Bläserrüste, die eine Art Trainingslager für die ehrenamtlichen Kirchenmusiker ist. „Und es ist wirklich wie in einem Trainingslager“, sagt lachend Christina Kuhlmey aus der Nähe von Rathenow. Es wird keine Zeit verschenkt, es wird geprobt – im Chor unter Leitung von Kirchenmusikdirektorin Barbara Barsch und im Einzelunterricht, „den unsere beiden Profis Franziska Jacknau und Joachim Tobschall geben“. Die Trompeterin und der Posaunist kommen aus Blankenburg im Harz bzw. aus Wiesbaden.

Andrea aus Hessen und Mirjam aus Sachsen greifen bei der jeweils anderen zu – und es klappt mit dem Spielen.
Andrea aus Hessen und Mirjam aus Sachsen greifen bei der jeweils anderen zu – und es klappt mit dem Spielen. Foto: baha

Und auch bei den Teilnehmern an der Landesrüste handelt es sich nicht allein um Christen aus der Landeskirche. Auch aus Hessen, Thüringen und Sachsen sind Teilnehmer angereist. Eigentlich kein Wunder, denn Barbara Barsch sagt, „dass diese Form der Rüste deutschlandweit wohl einzigartig ist“, eben weil so ernsthaft und umfangreich geprobt wird. Vertreten ist mit Jürgen Rüdiger aber auch ein Teilnehmer, der seine musikalische Heimat im Wittenberger Posaunenchor hat.

Das evangelische Gemeindehaus ist von morgens bis gegen 22 Uhr mit Tönen erfüllt. Die Bläser intonieren Kompositionen von Hans Leo Hassler (1564 bis 1612) über Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750) bis hin zu zeitgenössischen Komponisten wie Carsten Klomp. Morgen um 10 Uhr werden sie in der Wittenberger Kirche das Abschlusskonzert mit dieser Musik zum Reformationsjubiläum geben. Heute Abend erklingt sie bereits ab 19 Uhr in der Putlitzer Kirche.

Die diesjährige Rüste ist bereits die 38. Seit fünf Jahren bietet die evangelische Gemeinde von Wittenberge mit ihrem Haus in der Perleberger Straße den Bläsern eine Heimstatt auf Zeit. Für diese Zeit des Trainingslagers schränkt die Gemeinde sich weitgehend ein, überlässt den Bläsern gern die Räumlichkeiten, die für die Proben benötigt werden, wie der stellvertretende Vorsitzende des Gemeindekirchenrats, Christoph Walter, sagt. Und die Räumlichkeiten eignen sich nach den Worten der Landesposaunenwartin ausgezeichnet. Ein wichtiger Grund: Sie liegen so günstig, dass sich Chorproben und Einzelunterricht nicht gegenseitig beeinträchtigen. Die Musiker dürfen die Küche für die Selbstverpflegung mit nutzen und Gemeindeglieder sind bereit, ihnen Quartier zu geben. Barbara Barsch sagt unter Zustimmung der Bläser: „Wir bedanken uns herzlich für diese Gastfreundschaft.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen