Wittenberge : „Black Box“ ist auch für Taucher wichtig

Der Computer am Handgelenk liefert unter Wasser wichtige Informationen. Was noch zu der Ausrüstung gehört, zeigen wir in einer Grafik

23-76616880_23-77885790_1457459114.JPG von
30. November 2017, 12:00 Uhr

Die Lebenshilfe Prignitz unternimmt zusammen mit Wissenschaftlern der Uni Potsdam ein Pilotprojekt, bei dem Menschen mit Handicap unter medizinischer Begleitung das Tauchen lernen können. Unterstützt werden sie dabei von professionellen Tauchlehrern. In einer kleinen Serie informieren wir Sie in loser Reihenfolge über die Fortschritte der Tauchschüler. Heute zeigen wir Ihnen, was alles zu einer Ausrüstung gehört. Geholfen hat uns dabei Tauchlehrer Michael Schmitt vom Tauchturm.

Atemregler
Er besteht aus drei Bauteilen: Der Druckminderer direkt an der Flasche, sowie die zweite Stufe, die der Taucher im Mund hat und die das Atmen überhaupt unter Wasser ermöglicht. Als drittes der „Oktopus“, über den im Notfall der Tauchpartner mit Atemluft versorgt werden kann.
Maske
Der Maskenkörper besteht aus Silikon. Wichtig ist, dass der Augen- und Nasenraum ein Raum ist, um den Druck in der Maske ausgleichen zu können. Für die Gläser wird Sicherheitsglas verwendet, es splittert nicht.
Schnorchel
Ihn benötigt ein Taucher, um an der Wasseroberfläche bequem von A nach B zu kommen, ohne die Atemluft aus der Pressluftflasche nutzen zu müssen. Er darf nicht länger als 35 Zentimeter sein um eine sogenannte Pendelatmung zu vermeiden.
Flossen
Sie dienen der Fortbewegung unter Wasser. Es wird unterschieden zwischen Schnorchel- und Geräteflossen. Letztere werden zum Gerätetauchen genutzt, sie sind größer und härter als die Schnorchelflossen. Außerdem ziehen Taucher zum Schutz vor Kälte und Verletzung Neopren-Füßlinge in den Geräteflossen an.
Maske, Schnorchel und Flossen werden als ABC-Ausrüstung bezeichnet. Eine Flosse sieht aus wie ein A, der Schnorchel ähnelt einem C und die Form der Maske gleicht einem B.
Pressluftflasche
Taucher atmen normalerweise Luft. Bei den Flaschen gibt es Größen mit einem Fassungsvermögen zwischen sieben und 15 Litern je nach Tauchdauer und -tiefe. Durchschnittlich reicht eine Zehn-Liter-Flasche bei 15 Metern Tauchtiefe für etwa 30 Minuten. Die gängigsten Größen für den Sporttaucher sind Zehn- oder Zwölf-Liter Flaschen. Sie sind gefüllt mit 200 Bar, das entspricht in einem Zehn-Liter-Gerät einer Luftmenge von 2000 Litern. Es gibt Aluminium- und Stahlflaschen. Letztere sind im Wasser etwas schwerer.
Bleigürtel oder Bleitaschen
Beide gleichen den relativ großen Auftrieb des Neoprenanzugs an der Wasseroberfläche mit zusätzlichem Blei aus. Ein- und Zwei-Kilo-Stücke sind Standard.
Tauchjacket
Damit kann die Tauchflasche zum einen bequem auf dem Rücken getragen werden. Zum anderen tariert sich der Taucher damit aus, das Jacket ist eine Art künstliche „Schwimmblase“ und im Notfall auch ein Rettungsmittel. Das Jacket kann durch den Inflator aufgeblasen werden und dient an der Wasseroberfläche als Schwimmweste.
Neoprenanzug
Er ist sowohl Kälteschutz als auch ein Schutz vor Verletzungen. Neopren ist ein robustes Material und zwischen 2,5 und sieben Millimeter dick. Je wärmer das Wasser, desto dünner ist der Anzug.
Finimeter
Das Instrument gehört zum Atemregler und zeigt den tatsächlichen Flaschendruck an. Eine gefüllte Pressluftflasche hat einen Druck von ca. 200 Bar, die 50 Bar sollte immer als Reserve dienen. Bei diesem Wert (50 Bar) sollte der Tauchgang an der Wasseroberfläche beendet sein.
Tauchcomputer
Er ist die Info-Zentrale, zeigt dem Taucher, wie tief er war bzw. gerade ist. Zudem gibt er die aktuelle Tauchzeit an. Im Notfall können Mediziner den Computer auslesen und das Geschehen (Tauchgangsprofil) nachvollziehen. Darin ähnelt das Gerät der „Black Box“ in einem Flugzeug. Außerdem informiert es über die Dekompressions- und die Nullzeit des Tauchgangs. Die Nullzeit ist der Wert, bei der ein Taucher jederzeit, ohne einen Pflichtstopp einlegen zu müssen, an die Wasseroberfläche zurück kann. Kommt der Taucher aus dieser Nullzeit heraus, ist er in der Dekompressionszeit und er müsste Pflichtstopps in verschiedenen Tiefen einhalten. Sporttaucher sollten aus Sicherheitsgründen grundsätzlich nur Nullzeit-Tauchgänge machen.
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen