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Der Prignitzer

13. Dezember 2017 | 08:18 Uhr

Bisher 16 Alleen für Tempo 70 erfasst

vom

svz.de von
erstellt am 15.Okt.2012 | 06:57 Uhr

Prignitz | Mit einem Erlass hat das Potsdamer Infrastrukturministerium die Landkreise aufgefordert, in besonders gefährlichen Alleen oder baumbestandenen Straßen Tempo 70 anzuordnen. Verkehrsexperten versprechen sich davon einen Rückgang der noch immer zu hohen Zahl der Baumunfälle und eine Erhöhung der Verkehrssicherheit. Der Erlass trat am 14. September 2011 in Kraft und ist bis Ende 2016 gültig.

Im Landkreis Prignitz befinden sich derzeit 16 Straßen bzw. Straßenabschnitte auf dem so genannten Evaluationsbogen zu diesem Erlass. Es sind größtenteils Alleen, für die auch bisher schon Geschwindigkeitsbeschränkungen gelten, wie beispielsweise auf der B 195 vor dem Ortseingang Wentdorf oder auf der Straße von der B 5 nach Spiegelhagen. Aber es sind auch völlig neue Alleen dazu gekommen, wie die Straße von Sigrön nach Grube oder von Grube bis zur B 5.

"Wir gehen mit sehr viel Augenmaß vor, um die richtigen Entscheidungen zu treffen", macht Jürgen Nüsse, Sachbereichsleiter Straßenverkehr des Landkreises Prignitz, deutlich. Der Erlass sei auch vom Ministerium so ausgelegt, "dass es keine Angelegenheit ist, die man übers Knie bricht." Viel mehr sei genau zu bestimmen, was als dichter Baumbestand zu definieren und wie dabei zu reagieren sei, zumal die Geschwindigkeitsbeschränkung ja auch einher gehe mit zu installierenden Stahlschutzleitplanken.

Da es alle für den öffentlichen Verkehr gewidmeten Straßen betreffe, sei damit auch ein großer Aufwand verbunden. Die kreisliche Straßenverkehrsbehörde nutzt deshalb auch die Signalschau, die gegenwärtig turnusgemäß mit den Straßenbaulastträgern durchgeführt werde. Die diene zwar in erster Linie dazu, die richtige Beschilderung zu kontrollieren, auch den Zustand der Verkehrsschilder zu überprüfen, "gleichzeitig erfassen wir aber auch den Baumbestand", erklärt Nüsse das Prozedere. Der so erstellte Erfassungsbogen werde ständig aktualisiert.

In erster Linie, so betont der Sachbereichsleiter, gehe es um die Straßenabschnitte, auf denen sich in der Vergangenheit die Verkehrsunfälle häuften. Da ständen die B 5 und auch die B 189 an erster Stelle. Eine große Baumdichte gebe es dabei vor allem auch auf den unausgebauten Abschnitten der B 189 zwischen Retzin und Pritzwalk. Die Bäume stünden allerdings nicht unbedingt im Mittelpunkt der Verkehrsunfälle. Deren Statistik in die Höhe trieben auf diesem Abschnitt eher Schwerlasttransporter, die sich hier im Gegenverkehr die Außenspiegel abfahren wegen der schmalen Fahrbahn.

Allein dieses Beispiel, so Nüsse, mache deutlich, wie vielschichtig die Problematik sei, wie umfangreich die Prüfung, bevor entsprechende Schritte eingeleitet werden. Zumal es ja auch auf vielen Alleen schon Geschwindigkeitsbegrenzungen gebe, zumindest auf 80 Kilometer pro Stunde. "Man muss genau schauen, wo welche Geschwindigkeiten gefahren werden, ob eine Begrenzung sachgerecht ist oder ob sie das Gegenteil bewirken kann", verdeutlicht der Fachmann. Das alles benötige viel Zeit, und die habe man bis Ende 2016 ja auch. "Bis dahin haben wir das Gros des Straßennetzes entsprechend bewertet", betont Nüsse.

Bundes- und Landesstraßen erfasst

16 Prignitzer Straßen mit dichtem Baumbestand wurden bislang in den Evaluationsbogen aufgenommen. Auf ihnen sollen künftig 70 Kilometer pro Stunde Höchstgeschwindigkeit gelten:

B 195 ab der Kreuzung B 189 (hier galten bisher 60 km/h)
B 195 vor Ortseingang Wentdorf
B 195 hinter Cumlosen
B 195 ab Ortsausgang Ferbitz
B 195 ab Ortsausgang Wootz
B 5 ab Ampelkreuzung in Richtung Spiegelhagen
B 107 Mesendorf bis Pritzwalk
B 107 Glöwen bis Abzweig Storbeckshof
L 101 B 5 Richtung Spiegelhagen
L 101 Sigrön bis Grube
L 101 Grube bis Einmündung B 5
L 10 Lennewitz bis Legde
L 10 Grenzheim bis Landesgrenze
L 12 Laaslich bis B 195
L 11 Kuhblank bis Groß Breese
L 134 zwischen Zapel und Pröttlin

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