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Landpfarrhaus in Blüthen : Bischof spricht vom Schatz in Blüthen

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Gerhard Ulrich, Chef der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, besuchte gestern das Landpfarrhaus-Museum. Er hob das Engagement der ehrenamtlichen Mitglieder des Gemeindekirchenrates hervor.

„Ohne die Menschen, die für diese Ideen glühen, geht es nicht. Am Anfang stehen Menschen wie Herr Wolf und auch die ehrenamtlichen Mitglieder des Gemeindekirchenrates. Respekt dafür, ohne dieses Engagement wäre die Umsetzung gar nicht möglich. Man darf nicht vergessen, was da an Zeit und Kraft ’reingesteckt wird“, betonte Gerhard Ulrich, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche). Der gebürtige Hamburger, der seit Februar 2013 dieses Amt inne hat, stattete der Kirchengemeinde Blüthen gestern einen Besuch ab. „Herr Wolf und ich haben uns bei einer Ausstellung zum Lutherischen Pfarrhaus in Berlin kennen gelernt und er hat mir von dem Projekt in ihrem alten Pfarrhaus erzählt. Das hat mich so interessiert, dass ich jetzt spontan hierher gekommen bin“, so Ulrich weiter.

Das Projekt Landpfarrhaus-Museum in Blüthen beinhaltet, dass die Bedeutung und Perspektive des evangelischen Landpfarrhauses aufbereitet wird. Hans-Ulrich Wolf, der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, sowie die Mitglieder Helmut Jaeger und Madlen Ahrendt und Pfarrer Albrecht D. Preisler führten den Landesbischof und die weiteren Gäste Ortrud Effenberger, verantwortlich beim Landkreis für die Denkmalpflege, André Wormstädt, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Prignitz, und Karstädts Bauamtsleiter Christian Gadow durch das Haus. „Es ist ein Grundprinzip der evangelischen Pfarrhäuser, dass alle Räume Durchgangsräume sind. Ich habe mal in einem gewohnt, da habe ich einen zumauern lassen“, erzählte Gerhard Ulrich und erkundigte sich auch nach der Bausubstanz. „Die ist gut, man kommt mit Reparaturen aus. Selbst die Dielen sind noch die alten, sie mussten nur abgeschliffen werden“, erklärte Ortrud Effenberger.

Der Großteil in dem Museum ist fertig. „In diesem Jahr wollen wir noch den roten und den blauen Raum fertig bekommen. Komplett soll alles bis 2016 geschafft sein“, berichtet Hans-Ulrich Wolf. Denn 2017, zum 500. Reformationsjubiläum, soll das Landpfarrhaus Blüthen in seiner ganzen Pracht erstrahlen. Im März dieses Jahres sollen die Tafeln für den roten Raum angebracht werden. Für das blaue Zimmer soll der Antrag auf museale Ausgestaltung gestellt werden. Im Sommer werkeln bei einem internatonalen Jugendcamp Jungen und Mädchen an den beiden Zimmern im Obergeschoss. „Ob wir es in diesem Jahr auch wieder machen, steht noch nicht ganz fest. Aber ich denke schon, wir müssen ja irgendwann fertig werden“, so der Gemeindekirchenrats-Vorsitzende.

„So eine große zentrale Ausstellung wie in Berlin ist zwar wichtig, aber viel wichtiger sind die Projekte in den Orten im ländlichen Raum, damit die Menschen wissen, was sie für einen Schatz haben“, so der Landesbischof der Nordkirche. Denn gerade die Pfarrhäuser auf dem Lande bestimmten über Jahrhunderte das gesellschaftliche und kulturelle Dorfgemeinschaftsleben. „Oftmals war das Pfarrhaus der einzige Ort, an dem auf dem Land musiziert wurde“, weiß Gerhard Ulrich. Es war offen für alle und zählte zugleich als Wohnbereich der Pfarrfamilie, sowie in Blüthen für Pfarrer Dr. Groß und seine Frau. Seit Mitte der 90er Jahre stand es leer. „Wir haben nach einem Verwendungszweck gesucht. Vor sieben Jahren kam uns die Idee mit dem Landpfarrhaus-Museum“, erinnerte sich Hans-Ulrich Wolf.

Die Konzeption und wissenschaftliche Begleitung erfolgte im Rahmen eines Forschungsprojektes unter Leitung von Prof. Dr. Harald Schwillus an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Und die Blüthener freuen sich darüber, dass sie viele Förderer aus der Region, die Evangelisch-Lutherische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und das Land Brandenburg für ihr Projekt begeistern konnten. „Um das zu realisieren, ist viel Materielles und Finanzielles vonnöten. Es ist toll zu sehen, wie sich Kommune, Denkmalpflege und die regionale Wirtschaft hier dafür stark machen. Sie tragen gemeinsam dafür Verantwortung“, so Ulrich. Die Blüthener erhoffen sich etwas von dem Besuch: „Wir sehen Bischof Ulrich auch als Multiplikator“, so Pfarrer Albrecht D. Preisler. Und Ulrich versprach: „Weil die Erhaltung der Pfarrhäuser eine große Bedeutung aufgrund der langen Geschichte für das Gemeinschaftsleben im Dorf hat, ist dieses Projekt hier richtungweisend. Ich werde anderen empfehlen, dass sie sich in Blüthen umsehen sollen.“


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erstellt am 21.Jan.2014 | 22:00 Uhr

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