Bischof wieder da : Bischof kehrt nach Sükow zurück

Er ist zurück, der Sükower Bischof. Was er zu verkünden hat, das erfährt man heute beim Festgottesdienst.
Er ist zurück, der Sükower Bischof. Was er zu verkünden hat, das erfährt man heute beim Festgottesdienst.

Hölzerne Skulptur, die auf 1440 datiert wird, erhält Ehrenplatz im Gotteshaus. Wie sie einst hierher kam, bleibt ein Rätsel. Wochenende feiert Dorf 700. Geburtstag

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23. Juni 2017, 12:00 Uhr

Das kleine Dorf Sükow feiert am Wochenende seinen 700. Geburtstag. Offensichtlich wollte auch der ehrwürdige Bischof dieses Ereignis nicht versäumen. Gestern kehrte die spätmittelalterliche Skulptur in die Sükower Kirche zurück. Hier erhält sie ihrem Alter gemäß einen geschützten Platz in einer eigens von Stadt- und Regionalmuseum zur Verfügung gestellten Vitrine.

Die Zeiten, wo der Bischof unbeachtet sein Dasein auf dem Kirchendachboden fristete bevor man ihn beim Saubermachen entdeckte und im Kirchenarchiv in Karstädt zumindest trocken und sauber einlagerte, sind vorbei. Jetzt wird er einen Ehrenplatz gut sichtbar in Nähe des Altars erhalten, ist von Petra Schulz, Vorsitzende des Dorfvereins Sükower Landleben, zu erfahren. Der Verein, Kirchgemeinde und Ortsvorsteher setzten alles daran, dass der Sükower Bischof zum Dorfgeburtstag in ihr Gotteshaus zurückkehrte. Eigentlich war das schon längst geplant, denn die Sanierung der Kirche ist abgeschlossen, fügt Frank Gelenk, Kirchenältester, an. Doch da war noch die Orgel aus der Werkstatt von Karl-Ludwig Gesell, die, 1878 erbaut, dringend restaurierungsbedürftig war. In sieben Tagen reinigte Orgelbaumeister Matthias Beckmann aus Friesack mit seinem Team von Grund auf alle Pfeifen, überarbeitete die Tastatur und änderte die Windführung, die bis dato vor allem das Problem war. „Jetzt hat unsere Königin der Instrumente wieder einen königlichen Klang“, gesteht der Kirchenälteste und sie wird heute zum Festgottesdienst gespielt.

Nachdem das Gotteshaus dann gebutstagsfein gemacht war, konnte der Bischof kommen. Auch für Peter Radziwill, der als Pfarrer im Kirchenkreis derzeit die Sükower betreut, schon etwas Besonderes. Einen Bischof empfängt man nicht alle Tage und schon gar nicht einen so geschichtsträchtigen.

Wobei, über die Geschichte jenes ist so gut wie nichts bekannt, einzig sein Alter. Dazu kam der Bischof 2012 im Kreiskrankenhaus in die CT-Röhre. Die Skulptur wurde auf das Jahr 1399 datiert. Da der Kern des Eichenholzblocks aus dem sie in einem Stück gefertigt wurde, außerhalb der Figur liegt, sei es aber schwierig festzustellen, wann das Holz geschlagen wurde, so der Pfarrer. Der Berliner Restaurator Dirk Jacob, der die Skulptur nach dem ambulanten Check im Krankenhaus auch noch untersuchte, datiert sie auf um 1440.

Ein Geheimnis ist jedoch weiterhin, wie und wann die Skulptur einst in die Sükower Kirche kam und damit ein kleines Dorf mit rund 70 Gemeindemitgliedern heute einen eigenen Bischof hat.  

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