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Soziales Arbeiten in der Grundschule Lanz : Bindeglied zwischen Eltern, Kindern und Lehrern

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Heike Zohm arbeitet als Sozialarbeiterin an der Grundschule Lanz. An zwei Tagen in der Woche sind ihre Türen immer weit geöffnet.

svz.de von
erstellt am 25.Jan.2017 | 12:00 Uhr

An der Friedrich-Ludwig-Jahn Grundschule in Lanz klingelt es zur Pause. Nicht nur auf dem Schulhof ist jetzt viel los, sondern auch in der schuleigenen Bibliothek. Hier hat Sozialarbeiterin Heike Zohm ihr Büro und bietet verschiedene Aktivitäten zur Pausengestaltung an. Emma kommt aufgeregt auf sie zu. „Schau mal, ich habe einen Wackelzahn“, reißt die Neunjährige stolz ihren Mund auf und erklärt: „Ich habe in die Stulle gebissen und jetzt wackelt er.“ Heike Zohm stellt fest: „Dann fällt der bestimmt bald aus oder wir müssen ihn ziehen.“


Jedes Schuljahr eine neue Herausforderung


Sozialarbeiter wie Heike Zohm sind an Grundschulen wie in Lanz nicht mehr wegzudenken. Jeden Dienstag und Donnerstag ist die ausgebildete Erzieherin und Mitarbeiterin im JJJ-Sozialraumteam beim SOS-Kinderdorf Prignitz in der Schule. „Das JJJ-Sozialraumteam leistet nicht nur Sozialarbeit an Schulen, sondern schafft für und mit Kindern und Jugendlichen Lebens- und Erlebensräume, in denen soziale Kompetenzen gelernt, erprobt und angewandt werden können“, erklärt Zohm. Zu den drei Aufgabengebieten gehöre neben der Jugendsozialarbeit auch die Jugendarbeit sowie der Kinder- und Jugendschutz.

An zwei Tagen in der Woche stehen die Türen von Heike Zohm für die Belange der Mädchen und Jungen weit offen. „Manchmal rennen sie mir die Bude ein, manchmal ist hier wenig los“, ist ihre Erfahrung. Bereits das siebte Schuljahr ist sie jetzt an der Lanzer Grundschule tätig und „jedes Schuljahr stellt mich wieder vor neue Herausforderungen. Die Verhaltensweisen der Schüler haben sich im Laufe der vergangenen Jahre stark verändert.“ So sei sie in manchen Situationen auch als Konfliktlöser oder Zuhörer und Tröster gefragt. „Es ist ein spannender Beruf, wo es darum geht, Kinder ein Stück auf ihrem Weg zu begleiten“, sagt sie. Der größte Erfolg sei, „wenn Kinder meine Tipps annehmen und durchsetzen“.

Das Hauptaugenmerk ihrer Arbeit liegt auf dem sozialen Lernen. Gemeinsam Theater spielen, Basteln mit verschiedenen Materialien oder Erfinden von Geschichten nutzt Zohm, um den Kindern wichtige Sozialkompetenzen mitzugeben. Emma kommt gerne in die Bibliothek, „um zu lesen“. Ihre Klassenkameradin Roxy hingegen findet hier einen Ort, „wo ich zwischen dem Unterricht den Kopf frei kriege.“


Freies Spielen in freier Natur


Bei Wind und Wetter geht es auch an die frische Luft. „Wir gehen dann in den Wald und untersuchen Tierspuren, machen ein Picknick mit Tee und Keksen in freier Natur oder suchen Naturmaterialien wie Stöcker zum Basteln und Dekorieren. Das macht allen viel Spaß.“

Langfristige Projekte kann Zohm leider nicht einführen, „da die Schule keinen Ganztag hat“. Dann weicht sie schon mal auf die Schulferien aus. „Mit den älteren Schülern fahre ich zum Beispiel zum Theater nach Schwerin und wir nehmen dort an einem Improvisations-Workshop teil.“

Zu Heike Zohm haben alle Vertrauen. „Ich bin das Bindeglied zwischen Kindern, Eltern und Lehrern“, sagt Zohm. Für Lehrer sei es oft schwierig, die Schüler und ihre Eltern bei persönlichen Themen zu erreichen. Denn Kinder wollen oft nicht mit Autoritätspersonen über ihre Gefühle sprechen und Eltern fühlen sich schnell angegriffen.

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