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Der Prignitzer

15. Dezember 2017 | 22:48 Uhr

BI: Über 100 Seiten Einwendungen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Stadtverordnetenversammlung: Lübzower Bedenken und Kritik an Verwaltung

von
erstellt am 19.Sep.2014 | 09:30 Uhr

Am 5. September endete die Frist für Einwendungen gegen das Bauprojekt des Lübzower Familienbetriebes Bernd Cord-Kruse. Das Unternehmen soll um drei Ställe mit je 1536 Aufzuchtplätzen für Schweine erweitert werden. Dafür werden zwei alte Ställe abgerissen, zusätzlich wird der Eberstall aus der Produktion genommen. Damit gäbe es künftig 768 Plätze weniger in direkter Dorfnähe. Einher mit dem Neubau und der Erweiterung geht eine Vergrößerung der Biogasanlage, um die mehr anfallende Menge an Gülle zu verwerten.

Genehmigungsbehörde ist das brandenburgische Landesumweltamt (LUGV). Die Landesbehörde hat jetzt auch den Part der Abwägung der Einwendungen. Auf über 100 Seiten habe die Bürgerinitiative „Keine weitere Tierfabrik in der Lübzower Schweiz“ gemeinsam mit dem BUND und einem Fachanwalt die ihrigen zu Papier gebracht, verdeutlichte Marion Edenharter, eine der Sprecherinnen der BI, in der Einwohnerfragestunde der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend. Denn für sie sind viele Fragen nicht geklärt und Aussagen, die auf der Informationsveranstaltung, zu der der Landwirt das Dorf eingeladen hatte, nicht stichhaltig oder gar unwahr. Einmal mehr kritisierten Mitglieder der BI, dass sie bei der geplanten Größenordung des Projektes nicht beizeiten darüber informiert wurden. Massentierhaltung vor der Haustür – Umwelt, Natur, Gesundheit, vor allem auch die eigene Lebensqualität sehen sie gefährdet.

Und sie fühlen sich nicht ernst genommen von der Verwaltung, wie Ortsvorsteherin Beate Groschinski betonte. Es seien keine Befindlichkeiten, sondern berechtigte Fragen und Einwände, die die Mitglieder der BI haben. Hinsichtlich der Informationen seitens des Bürgermeisters fühlte sich die Ortsvorsteherin vor vollendete Tatsachen gestellt. Dem widersprach Bürgermeister Fischer und führte Informationsgespräche an, zu denen er sie geladen hätte, als er von der BI Kenntnis erhielt.

Frank Rüdiger-Gottschalk (CDU) stellte die Gretchenfragen: „Was können wir jetzt machen?“ Momentan nichts, „denn erst muss der Erörterungstermin, der am 29. Oktober stattfindet, abgewartet werden“, verdeutlichte Sandra Saffran vom Bauamt. Dabei werden Einwendungen betroffener Bürger und Stellungnahmen der Behörden in einem mündlichen Termin gemeinsam erörtert. Am Tisch sitzen alle fachlichen Vertreter. „Dazu gibt es dieses Verfahren“, fügte die Bauamtsmitarbeiterin an. „Sollte der Erörterungstermin ergeben, dass ein Bebauungsplan für das Vorhaben aufgestellt werden muss, dann machen wir einen“, so der Bürgermeister abschließend.

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