zur Navigation springen
Der Prignitzer

17. November 2017 | 18:54 Uhr

BI macht mobil gegen Trasse am Dorf

vom

svz.de von
erstellt am 25.Jul.2013 | 06:58 Uhr

Bentwisch | Bentwischer und Lindenberger wollen es nicht hinnehmen, wenn unmittelbar an ihren Grundstücken die Trasse der A 14 gebaut wird. Die Möglichkeit, dass es so kommt, ist groß, denn die Autobahnplaner haben entgegen eines selbst in Auftrag gegebenen Gutachtens eine Trasse quer durch die Silge und damit durch einen Tierkorridor von überregionaler Bedeutung vorgesehen. Der BUND bemerkte es. Land und Deges als zuständiges Planungsbüro müsse in dem Bereich nun eine neue Trasse finden. Die Maßgabe: Sie muss auf möglichst kurzem Weg an die Bahnstrecke nach Schwerin herangeführt werden. Es gibt eigentlich keine andere Möglichkeit, als die unmittelbar bei Lindenberg und Bentwisch, sagen unter der Hand Planungsfachleute. Öffentlich wollen sie sich dazu nicht äußern.

Die Bürgerinitiative will rechtzeitig die Reißleine ziehen. An die 20 Mitglieder hat die BI mittlerweile. Am Mittwochabend hatte die Bürgerinitiative in den "Braunen Hirsch" nach Bentwisch eingeladen. An die 40 Bewohner aus den beiden Wittenberger Ortsteile kamen, wollten hören, was die Beratung in einem Arbeitskreis in Sachen neue Trassenvarianten ergeben hat. Die BI ist nämlich in jene Arbeitsgruppe aufgenommen worden, die das Land und die Planern bei der Prüfung neuer Trassenvarianten begleitet. Allerdings hat dieser Arbeitskreis keinerlei Entscheidungsbefugnis. "Dass es ihn aber überhaupt gibt und wir als BI dort ’drin sind, ist ein Zeichen dafür, dass noch nicht alles klar ist. Sonst würde man diesen Aufwand seitens der Planer nicht treiben", positionierte sich Horst Stary. Er gehört zu den BI-Mitgliedern, die an der ersten Beratung des Arbeitskreises teilgenommen haben. Seine Schlussfolgerung: Es lohnt sich, Widerstand zu leisten. "Wir wollen den Lärm nicht unmittelbar in unserem Dorf haben."

BI-Mitglieder und die anderen Besucher der Informations- und Diskussionsrunde im "Braunen Hirsch" eint die Ablehnung der schnellen Piste direkt an ihren Grundstücken, währen die Positionen zur Autobahn selbst auseinander gehen. "Ich bin 72 Jahre alt und will die Autobahn", lehnt klipp und klar Heiko Ploigt aus Lindenberg Überlegungen des BUND ab, statt der A 14 den Ausbau von Bundesstraßen voranzutreiben. Ploigt sagt aber auch: "Wenn die Autobahn so dicht an Lindenberg und Bentwisch gebaut wird, dann werden wir unzumutbar belastet. Das Schutzgut Mensch wird völlig vernachlässigt." Andere Betroffenen interessieren sich für die Überlegungen, Bundesstraßen auszubauen, gaben dafür ihre Unterschrift.

Wie soll es nun weitergehen? "Wir erwarten Antworten, müssen Fakten kennen, damit wir etwas unternehmen können", sagt Cornelia Karstädt aus Bentwisch. Sie und andere erwarten diese substanziellen Antworten von der Stadtverwaltung, fordern von den Abgeordneten, dass "sie sich für uns einsetzen". Bis auf Dr. Gisela Bartels, die Lindenbergerin ist, ließ sich an dem Abend allerdings kein Abgeordneter sehen. Zugesagt hat, so Horst Stary, der Linken-Landtagsabgeordnete Thomas Domres, sich mit dem Problem zu befassen und an der nächsten Veranstaltung teilzunehmen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen