Bevor alles in der Stepenitz versinkt

Die Ufermauer am Krautziehplatz sieht alles andere als vertrauenserweckend aus.
Die Ufermauer am Krautziehplatz sieht alles andere als vertrauenserweckend aus.

svz.de von
05. März 2013, 10:21 Uhr

Perleberg | "Endlich", Elisabeth Topp atmet erleichtert durch. Seit vielen Jahren schwebt sie zwischen Bangen und der Hoffnung, dass die Ufermauer hält, die Betonfläche die Last des Krans trägt, der den Grünschnitt am Krautbalken im Hagen aus der Stepenitz fischt. Die Spuren auf dem Areal, das vor Jahrzehnten in privater Initiative befestigt wurde, sind unverkennbar. Risse durchziehen die Betonfläche, die Böschung, die seit Jahren schon bröckelt, droht in der Stepenitz zu versinken.

Im Sommer 2009 gab es nach dem Beitrag im "Prignitzer" einen Termin mit den zuständigen Behörden aus Land, Kreis und Stadt am Ort des Geschehens. Die Quint essenz: Der Krautziehplatz soll als solcher ordentlich hergerichtet werden. Bis dahin solle ein Provisorium, in diesem Fall eine Stahlplatte, die praktisch die Last verteilt, die Situation überbrücken.

Bis jetzt musste das Provisorium seinen Dienst tun, nun soll das Vorhaben in Angriff genommen werden. "Noch Ende des vergangenen Jahres haben sie mit dem Vermessen begonnen", berichtet Elisabeth Topp.

Im Stadtentwicklungsausschuss stellte Tino Teichert vom Ingenieurbüro Pöyry nun die Vorplanung vor. Und diese sieht einen Teilabriss und Neubau eines zirka 25 Meter lagen Abschnitts der Ufermauer in diesem Bereich des Hagens, am sogenannten Mühlengraben, vor. Jener sei äußerst marode - Verfugungen seien ausgewaschen, Steinmaterial drohe oder ist schon in der Stepenitz verschwunden. Zudem sei die Oberflächenentwässerung überaus diffus. Mit der Sanierung der Ufermauer soll auch die Zufahrtsmöglichkeit zur angrenzenden öffentlichen Fläche optimiert werden, wie Teichert sagt. Denn von hier aus werde auch künftig der Grünschnitt von den Kollegen des Wasser- und Bodenverbandes aus der Stepenitz geholt. Im Auftrag des Landesumweltamtes mähen sie alljährlich rund 20 Kilometer Stepenitz - von der Stadtmühle bis zum Hochwasserrückhaltebecken sowie von den Rieseleiwiesen bis in die Stadt hinein. Und am Krautbalken sammelt sich das Grün aus dem Hagen.

Der Baugrund sei bereits erkundet, die statische Berechnung könne daraufhin erfolgen, so Teichert. Vorgesehen sei eine Spundwand, die vor die bestehende Ufermauer gesetzt und mit Feldsteinmaterial vorverblendet werde. Die pflastermäßige Gestaltung der Fläche, des eigentlichen Krautziehplatzes, werde der oberhalb der Brücke entsprechen, auch vom Farbton her.

Eine erste Kostenschätzung geht von zirka 322 900 Euro aus. Das Landesumweltamt beteiligt sich an diesen, da es den Krautziehplatz ja auch nutze. Auf die Stadt kämen summa summarum 202 500 Euro zu. Zu 80 Prozent werden jene aber über die Städtebauförderung gedeckt. Wenn die Mittel zur Verfügung stehen, kann gebaut werden und das möglichst noch in diesem Jahr. "Ich freue mich und habe die Hoffnung, dass damit endlich ein angstvolles Kapitel abgeschlossen ist", so Elisabeth Topp. Wenn es dann auch noch mit dem Gebäude eingangs des Hagens weiter geht - Gespräche mit einem neuen Eigentümer sollen bereits laufen - dann dürfte das hier eine schöne Ecke werde.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen