Suren Hansen markt in Perleberg : Betreiber fühlt sich allein gelassen

Torald Wendt ist aus Fläming angereist, um auf dem Suren Hansen Markt seine Kunst zu präsentieren.
Torald Wendt ist aus Fläming angereist, um auf dem Suren Hansen Markt seine Kunst zu präsentieren.

Suren Hansen Markt in Perleberg bietet viele regionale Produkte / Veranstalter wünscht sich mehr Engagement der Stadt

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09. März 2015, 12:06 Uhr

Es ist 13 Uhr am Samstag, die Sonne scheint auf dem Schuhmarkt in Perleberg – der erste richtige Frühlingstag. Perfekte Bedingungen also, um über den Suren Hansen Markt zu schlendern und Knieperkohl zu essen. 16 Händler bieten hier vor allem kulinarische Köstlichkeiten aus der Region an. Doch es ist schon etwas seltsam. Bereits jetzt leeren sich die Tischreihen auf dem Platz. Dabei geht der Markt noch bis 17 Uhr. Der Knieperfuchs sitzt scheinbar etwas gelangweilt in der Sonne.


Wenig Publikum auf dem Markt


„Wir waren auf dem Flohmarkt in Ludwigslust, da hat man uns erzählt, wir müssten unbedingt herfahren“, erzählt Jutta Kopatz. Sie ist mit ihrem Bekannten, Siegfried Bulz, aus dem mecklenburgischen Milow angereist. „Es ist ganz in Ordnung hier, aber es könnte ein bisschen mehr sein“, meint die 51-Jährige. Gerade beobachtet sie, wie Torald Wendt mit einer Kettensäge einen großen Holzblock bearbeitet. „Das wird eine Eule“, erklärt der Drechslerkünstler aus Diedersdorf (Fläming). Kopatz ist begeistert: „Das finde ich super. Ich kenne so etwas von anderen Märkten. Aber da kann man nie etwas sehen, weil so viele Leute drum herum stehen.“ Torald Wendt stört das mangelnde Publikum weniger. Er wurde vorab bezahlt. „Sonst hätte ich den weiten Weg nicht auf mich genommen“, meint er.


Standbetreiber sind dennoch zufrieden


Auch sonst sind zumindest die Standbetreiber zufrieden. „Der Markt gefällt uns wieder sehr gut. Es ist bisher gut gelaufen“, meint Jeannine Groth aus Kümmernitztal (Amt Meyenburg). Sie betreibt einen Knieperkohlstand auf dem Markt. „Am meisten wird die traditionelle Variante des Kohls gekauft. Den können die Leute zu Hause selbst zubereiten“, erzählt sie. Für alle anderen bietet sie bereits fertigen Knieper im Glas an.

Auch Sibylle Heinrich von der J. Hildebrandt Landfleischerei Kletzke ist zufrieden: „Es ist schön. Das Wetter spielt mit“, sagt sie. Seit zehn Jahren ist die Landfleischerei mit einem Stand auf dem Markt. Immer sei er gut besucht gewesen. Dennoch gesteht auch sie, dass der Markt früher viel größer gewesen sei. „Damals waren wir auf dem Rolandplatz. Aber ich sag mal so: Lieber einen engen vollen Platz, als einen leeren großen.“

Für die nicht gerade überwältigende Resonanz des Sondermarktes hat Veranstalter hat Bernd Gellesch eine Erklärung: „Das Wetter ist super. Und alle rennen in ihre Gärten“, meint er. Dennoch, unzufrieden sei er mit dem Markt an sich nicht. „Das hier ist reine Imagepflege. Da verdienen wir nichts dran“, meint er. Doch gerade deshalb würde er sich in Zukunft mehr Engagement der Stadt und besonders von der Arbeitsgemeinschaft wünschen. „In der Ladenstraße herrscht tote Hose“, moniert er. „Die Läden hätten an so einem Tag länger aufhaben können. Da profitieren die doch auch von.“ Ein Gespräch dazu hätte es beim Händlerstammtisch gegeben. Aus diesem Grund sei er mit dem Markt vor zwei Jahren extra auf den Schuhmarkt gezogen, näher ran an die Ladenstraße, deren Geschäfte am Samstag 13 Uhr schließen.

„Jeder macht hier nur sein Ding. Wir machen was und die machen gar nichts“, sagt Gellesch sichtlich gefrustet. 3000 Flyer habe er für den Suren Hansen Markt an Tourismusbetriebe verteilt. Außerdem den Drechslerkünstler als Attraktion engagiert und Vereine eingeladen, sich auf dem Markt zu präsentieren. „Auch hier war die Resonanz gleich null“, meint Gellesch. Doch mit seinem Latein ist er nicht am Ende. Beim Kartoffelmarkt im August soll es einen zweiten versuchen geben, eine Kartoffelkönigin zu wählen. Im vergangenen Herbst gab es keine Bewerberin. „In dieser Stadt muss was passieren“, so Gellesch.

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