Weihnachtsmarkt Weisen : Besinnliche Stimmung am Landmarkt

Birgit Blüthmann (l.) und Bärbel Franke vom Blumenladen „BlütenTraum“ zeigen, was in der Weihnachtszeit bei den Kunden gut ankommt. Fotos: Lars Reinhold
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Birgit Blüthmann (l.) und Bärbel Franke vom Blumenladen „BlütenTraum“ zeigen, was in der Weihnachtszeit bei den Kunden gut ankommt. Fotos: Lars Reinhold

Adventstreiben in Weisen zieht zahlreiche Besucher an / Traditionelle Handwerksarbeit und Qualität stehen bei Kunden hoch im Kurs

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16. Dezember 2013, 12:00 Uhr

Wenn sich die Düfte von Glühwein und Zimtgebäck mischen, aus den Lautsprechern „Last Christmas“ dudelt und ein alter Mann mit rotem Mantel und weißem Rauschebart Süßigkeiten an Kinder verteilt, bleibt an der Nähe des Weihnachtsfestes kein Zweifel. So hatten auch die Betreiber des Prignitzer Landmarktes in Weisen am Wochenende zum Stöbern und Schlemmen auf ihren Weihnachtsmarkt eingeladen, und zahlreiche Einheimische und Durchreisende nahmen diese Einladung gerne an.

Für die meisten Händler im Landmarkt und auf dem Parkplatz davor ist es der Endspurt im Jahr 2013 – hält sich die Kauflaune doch zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel erfahrungsgemäß in Grenzen, weil die Leute ihre Zeit lieber mit der Familie verbringen oder in den Urlaub fahren.

„Für uns ist die Vorweihnachtszeit nochmal richtig Stress“, sagt Birgit Blüthmann vom Blumenladen „BlütenTraum“. „Ende November, Anfang Dezember gehen die Kränze und Gestecke richtig gut, danach verlagert es sich mehr auf Weihnachtssträuße und Dekoartikel“, weiß die Floristin. Ein Blumenstrauß zu Weihnachten? „Na klar. Das ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden, beispielsweise an Heiligabend den Gastgebern einen schönen Weihnachtsstrauß mitzubringen. Vor allem Amaryllis, Rosen und Tannengrün binden wir dafür zusammen und dekorieren die Sträuße mit weihnachtlichen Accessoires. Nicht zu vergessen der Weihnachtsstern, der für viele auch zum Fest dazu gehört.“

Neben den Floristen haben die Bäcker Hochkonjunktur. „Die Stollen gehen natürlich gut, aber auch Plätzchen aller Art sind sehr beliebt“, sagt Patricia Reichl von der Landbäckerei Koppitz in Quitzow. Der „Ausflug“ auf den Weihnachtsmarkt sei aber nicht allein auf bloßen Verkauf ausgerichtet. „Es geht auch darum, mit Leuten ins Gespräch zu kommen, die eigenen Produkte vorzustellen und sich als Bäckerei ins Gedächtnis zu rufen.“

Als „alte Hasen“ auf dem Weisener Markt kann man Christa Wirth und Sigrid Heidenreich getrost bezeichnen. Die beiden gehören zum Filzverein Lenzen und verkaufen Gestricktes und Gefilztes. „Mützen gehen natürlich sehr gut, aber der heimliche Renner sind Filzlatschen und Filzsohlen“, weiß Christa Wirth zu berichten. „Wer einmal Filzsohlen in den Schuhen gehabt und die wohlige Wärme genossen hat, will im Winter nichts anderes mehr, zumal es auch dem Fußklima gut tut. Schweiß hat da keine Chance“, sagt sie. Zwar haben die Filzwaren mitunter stattliche Preise – mit den Einnahmen finanziert der Verein den Betrieb der Lenzener Schauwerkstatt – dennoch bezahlt eine steigende Zahl von Kunden diesen gern, weil das Bewusstsein für Handarbeit und Qualität gestiegen sei.

Das bestätigt auch der Prignitzer Landtagsabgeordnete der Linkspartei, Thomas Domres, der „nur mal schnell auf der Durchfahrt angehalten“ hat und in den Auslagen stöbert. „Es ist toll, dass das traditionelle Handwerk wieder so im Kommen ist. Ich bewundere jene, die sich auf diese Art kreativ verwirklichen, zumal mir der Filz hier viel lieber ist als jener, den man in der Politik manchmal erlebt“, sagt Domres mit einem verschmitzten Lachen und verabschiedet sich.

Während die Großen drinnen stöbern und feilschen, kommen draußen die Steppkes auf ihre Kosten. Vor allem beim Ponyreiten sind die Kleinen dabei, aber auch das Kaninchengehege und die verträumt um sich blickenden Alpakas sind Anziehungspunkte. „Alles in allem ist es wieder ein schöner Weihnachtsmarkt hier“, sagt Karin Miks aus Wittenberge, während ihre Enkelin Frieda auf einem Pony ihre Runden dreht. „Die Kleine liebt Tiere über alles, und so mussten wir natürlich zu den Pferden. Aber auch so besuchen wir den Markt hier gerne, es gibt immer was zu entdecken, und vielleicht findet sich noch das ein oder andere Geschenk.“

Auch Gabriela Naumann, Organisatorin des Marktes, ist zufrieden. „25 Händler sind dabei, das ist ein ordentlicher Wert“, zieht sie eine erste Bilanz. „Und das Gros der Besucher kommt meist am frühen Nachmittag, dann wird es sicher richtig voll.“

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