Besiegelt: Mehr Windräder vor der Tür

Windkrafträder. dpa
Windkrafträder. dpa

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16. Juni 2012, 02:29 Uhr

Karstädt | Mit zwölf Ja- und vier Nein-Stimmen votierte die Gemeindevertretung Karstädt für die Anträge der Ortsbeiräte Premslin, Nebelin, Reckenzin und Karstädt, weitere Windeignungsflächen auszuweisen und diese der Regionalen Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel für den neuen Teilplan "Windenergie" zu melden. Mehrheitlich (10:6) hatten die Gemeindevertreter zuvor den Antrag von Anja Noll (SPD) abgelehnt, die Anträge zu splitten und über die Empfehlung des Ortsbeirats Karstädt separat zu befinden, da es hier noch Klärungsbedarf gebe.

Vorangegangen war der Beschlussfassung eine lebhafte Diskussion über das Pro und Kontra einer weiteren Windparkfläche in der Gemarkung Karstädt. Zu den Vorschlags flächen von Nebelin, Premslin und Reckenzin herrschte dagegen Einverständnis. "Das Gebiet westlich der Bahn ist für uns der einzige Korridor Richtung Elbe ohne Windräder. Lasst es uns im Interesse des sanften Tourismus, der unserer Region gut tut, erhalten und seht nicht nur die Dollarzeichen", wandte sich Karl-Heinz Jahnke aus Stavenow an die Abgeordneten. "Wir haben das Wahlmandat der Bürger, uns auch um ihre Sorgen und Bedenken zu kümmern. Und das ist hier der Erhalt von etwas Grün und Natur. Ich stimme daher gegen die Beschlussvorlage", betonte Jürgen Ditten (CDU) als Vorsitzender der Gemeindevertretung. "Müssen wir eine weitere Bebauung mit Windrädern noch forcieren? Blüthen kann ein Lied davon singen, von Windmühlen umzingelt zu sein. Unabhängig davon, dass der Ortsbeirat Karstädt die Flächenerweiterung diskutiert und mehrheitlich dafür gestimmt hat - die Brisanz hat die Bürger von Karstädt noch nicht erreicht", argumentierte Anja Noll. Deshalb sollte der Ortsbeirat das Thema mit den Bürgern noch einmal erörtern. "Ich jedenfalls möchte mich nicht über die Bürger hinwegsetzen und stimme mit Nein", erklärte die Mankmußerin.

"Was die Ortsbeiräte zum Beschluss vorlegen, sollten wir akzeptieren und uns nicht darüber hinwegsetzen", hielten mehrere Abgeordnete dagegen. Gordon Strecker (SPD) wandte sich gegen den Vorwurf, nur nach den Dollarzeichen in den Augen zu entscheiden. "Ich will grünen Strom und kann mich nicht verwehren, dafür der Gewinnung weiterer Windenergie mein Ja zu geben." Zugleich räumte er ein, dass die Gemeinde auch gucken müsse, "wo sie Geld reinbekommt", um die Wünsche von Bürgern in den einzelnen Ortsteilen zu erfüllen. Sollten die vorgeschlagenen Flächen in den neuen Regionalplan "Wind" aufgenommen werden, habe die Gemeinde immer noch die Möglichkeit, mit einem Bebauungsplan Einfluss auf die Bestückung mit Windrädern zu nehmen, argumentierte Bürgermeister Udo Staeck (CDU), der ebenfalls eine Aufsplittung der Beschlüsse ablehnte.

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