Hochkarätige Ausstellung : Bernd Streiter bei „Kunst im Dorf“

Bernd Streiter.
Bernd Streiter.

Namhafter Mödlicher Künstler zeigt Ausschnitt aus seinem Schaffen und wird zum Beginn der Exposition in Retzin eine Lesung geben

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11. März 2015, 12:00 Uhr

Wenn sich voraussichtlich am 4. Juli die Türen für eine Neuauflage von „Kunst im Dorf“ öffnen, dann dürfen sich Besucher auf ein Highlight in Retzin freuen. Dem Vorbereitungsteam um Erwin Arndt ist es nämlich gelungen, den weit über Prignitzer Grenzen hinaus bekannten Künstler Bernd Streiter für eine Ausstellung zu gewinnen. Der in Mödlich beheimatete vielseitige Grafiker wird einen Einblick in sein Schaffen geben: Modelle von Bronzeskulpturen, Zeichnungen und Radierungen werden zu bewundern sein. Und nicht nur das. „Ich werde mich auch mal wieder an eine Lesung wagen“, verspricht er.

Mit dem ihm eigenen, hintersinnigen Humor wird er sich an seine Ferienarbeit in der Retziner LPG erinnern, vor allem an seine Treckerfahrten. Bernd Streiter hatte damals zwar den bei der GST erworbenen Lkw-Führerschein in der Tasche, aber keinerlei Erfahrungen mit dem landwirtschaftlichen Gefährt. Wie das ausging, wird er zur Ausstellungseröffnung verraten. Und das wird ganz sicher amüsant.

Diese Verbindung zu Retzin, in persona zu Holger Petzka, „mit dem ich in Perleberg gemeinsam die Schulbank gedrückt habe"“ ist es auch, warum sich Bernd Streiter, der sonst eher kein so großer Freund von Ausstellungen ist, dazu entschloss, im Retziner Dorfgemeinschaftshaus eine Auswahl seiner Arbeiten zu zeigen. „Holger Petzka ist nach Mödlich gefahren und hat seinen früheren Penne-Kumpel überzeugt“, erzählt Erwin Arndt, der bereits 2014 die Geschicke der Retziner Galerie übernommen, gemeinsam mit weiteren ehrenamtlichen Akteuren „Kunst im Dorf“ wiederbelebt hatte, nachdem der beliebten Reihe das Aus drohte. 2013 hatte es bereits keine Ausstellung gegeben, denn Gründervater Werner Teitge musste die Organisation aus Altersgründen abgeben, und sein Nachfolger Karsten Lehmann war mittlerweile zum Ordnungsamtsleiter und stellvertretenden Bürgermeister der Gemeinde Groß Pankow (Prignitz) avanciert, sah sich aus zeitlichen Gründen nicht mehr in der Lage, dieser Aufgabe weiter gerecht zu werden. So besannen sich die Retziner wieder auf sich selbst und das mit Erfolg. Und mit Bernd Streiter setzen sie ein künstlerisches Achtungszeichen in ihrer kleinen Galerie.

Der 1962 in Havelberg Geborene und in Perleberg Aufgewachsene studierte zunächst Kunsterziehung und Deutsch an der Berliner Humboldt-Universität, brach dann aber ab, wechselte an die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, denn er wollte nicht Lehrer, sondern Künstler werden. Dass ihm das gelungen ist, dass er auf vielseitigen Gebieten kreativ arbeitet, belegen seine vielen Werke. Egal ob Radierungen wie die „Prignitzer Herbstblätter“, die Arbeiten „Für Georg Trakl“, einen expressionistischen Lyriker, oder zu Gedichten von Gottfried Benn, Zeichnungen und Buchillustrationen oder Skulpturen wie der Ferkelbrunnen oder die Gänsestele in Perleberg, die Bronze der Schweriner Blumenfrau Bertha Klingenberg oder der Glücksfänger in Wittenburg. Bekannt sind auch seine Politiker-Köpfe wie von Helmut Schmidt oder Regine Hildebrandt. Es ist noch gar nicht lange her, da schuf er die Lenzener Bretzeltante, und derzeit arbeitet Bernd Streiter an Aufträgen für die Bundesgartenschau in Havelberg. In Vorbereitung ist ein Auftrag des Perleberger Bürgervereins, eine Bronze von Lotte Lehmann. Und für einen Brunnen in Bad Wilsnack hat er seine Wunderblut-Interpretation als Vorschlag unterbreitet.

Ein vielbeschäftigter Mann also, der sich dennoch Zeit für „Kunst im Dorf“ nimmt und auf den man sich in Retzin freuen darf.  




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