Bernd Dannemann: Kita "Bellagio" bleibt offen

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26. Juni 2012, 06:24 Uhr

Perleberg | Aufatmen: Die Kita "Bellagio" bleibt offen, eine Schließung ist vom Tisch. Freude und Erleichterung klingen gestern aus den Worten von Bernd Dannemann. Als Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses des Kreistages hatte er sich angeboten, zwischen Stadt und Betreiber zu moderieren. Das Ziel auf allen Seiten: Erhalt der privaten Kita.

Mitte Mai erreichte die Eltern, deren Sprösslinge besagte Einrichtung besuchen, die Hiobsbotschaft: Ohne Hilfe der Kommune müsse die Kita schließen. Für 60 Mädchen und Jungen müssten andere Kita-Plätze in der Stadt gesucht werden, für einige der Spatzen wäre das bereits der zweite Umzug in einen neuen Kindergarten. Denn mit Schließung der städtischen Kita "Wichtelhaus" sind jene in die private Einrichtung in der Berliner Straße gewechselt. Die Familie Mernitz hatte dazu das Gebäude erworben, in Größenordnung in dieses investiert, es in Eigenregie zur Kita um- und ausgebaut und diese 2008 eröffnet.

Finanzielle Probleme seien für den privaten Betreiber im vergangenen Sommer entstanden. Der Landkreis hatte entschieden, statt einer Pauschale nur noch die tatsächlichen Personalkosten in Kitas zu fördern. Hintergrund für die veränderten Bedingungen ist, dass der Kreis über das Land nur verpflichtet ist, die Kosten für notwendiges pädagogisches Personal zu zahlen. Dazu die enormen Betriebskosten - kurzum rund 20 000 Euro Miese mache "Bellagio" im Quartal, "und die können wir nicht mehr länger deckeln", betonte Florian Mernitz damals.

Die Schließung, die eigentlich niemand auch nur ansatzweise wollte, hing dennoch wie ein Damoklesschwert über der Kita.

Bernd Dannemann: "Es lohnt sich, wenn man miteinander redet." Obwohl das Problem alles andere als ein leicht zu lösendes war, räumt er offen ein. Immerhin traf man sich zu drei Gesprächsrunden. Und auch jetzt seien noch nicht alle Unklarheiten ausgeräumt, "so dass wir weiter im Gespräch bleiben".

Die Vorsitzenden der in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Fraktionen, die Verwaltung, der Betreiber und Eltern hätten alles noch mal abgeklopft, um mögliche Reserven aufzulisten. "Wir sind auf einander zugegangen auch in finanzieller Art", so Dannemann. Über Zahlen und Geschäftspartner wolle er nicht reden, das "habe vor allem etwas mit Datenschutz zu tun". Zudem habe man vereinbart, zu Details und Zahlen sich nicht öffentlich zu äußern. "Das wäre auch wenig hilfreich", unterstreicht der Moderator. Auf jeden Fall sei alles keine Einbahnstraße gewesen, sondern auch der Betreiber habe eine Reihe an Zugeständnissen gemacht.

Das Ergebnis sei für alle Seiten zufriedenstellend, so Dannemann, der einmal mehr betont, dass er froh darüber sei, sich der Aufgabe angenommen zu haben.

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