zur Navigation springen
Der Prignitzer

23. November 2017 | 01:14 Uhr

Bergstraße 3: Dachstuhl stürzt ein

vom

svz.de von
erstellt am 22.Jul.2013 | 05:45 Uhr

Wittenberge | "Die Nacht habe ich im Wohnzimmer geschlafen", sagt Katrin Jaap gestern Vormittag. Sie nimmt die nachdrücklichen Warnungen der Polizei ernst. Die Beamten haben ihr am Sonntagabend gesagt, sie soll unbedingt den Bereich ihrer Wohnung meiden, der sich in Nachbarschaft zum Haus Nummer 3 in der Bergstraße befindet. Die Gefahr wäre zu groß.

Was ist geschehen?

Am späten Sonntagnachmittag hört Katrin Jaap ein lautes Rumsen. Stille, dann noch einmal Gepolter. Die Geräusche kommen vom Nachbargrundstück. Dort steht ein Einfamilienhaus. Der gesamte hintere Dachstuhl ist eingestürzt, hat den noch zu erahnenden Vorbau und Mauerwerk mitgerissen. "Als wir das gesehen haben, haben wir die Polizei geholt", erzählt die junge Frau gestern. Vom Garten ihres gepflegten Hauses sieht man, in welch jämmerlichen Zustand sich die Nummer 3 befindet. "Von Jahr zu Jahr konnte man sehen, wie das Haus verfiel", sagt Katrin Jaap.

Nach der Wende sind die letzten Bewohner ausgezogen, weiß man in der Straße. Das Gebäude soll einer Erbengemeinschaft gehören, die sich aber kaum oder gar nicht gekümmert hat. Leute, die mal einen Blick durch die niedrigen Fester geworfen haben, erzählen von einer Kaffeetasse, die über Jahre dort auf einem Tisch standen.

In Angst und Schrecken hat der Dacheinsturz Klaus und Gitta Schnabel versetzt. Ihr Haus ist nicht nur ein unmittelbarer Nachbar der Nummer 3, sondern beide Gebäude haben einen gemeinsamen Giebel.

Sie habe das Unglück schon lagen kommen sehen, sagt Gitta Schnabel. "Im Mai hatten wir plötzlich einen Riss oben neben dem Kinderzimmerfenster gehabt." Für Schnabels war klar, dass das mit dem immer weiter verfallenden Nachbarhaus zusammenhängt. "Ich habe das dann dem Ordnungsamt gemeldet. Seit dem waren sehr viele Leute hier. Ich habe mir alles notiert", erzählt Gitta Schnabel. Sie hat allerdings gehofft, "dass viel schneller etwas unternommen wird". Der Dacheinsturz von Sonntag hat das Schnabelsche Haus mitbeschädigt. Aus dem Riss beim Kinderzimmerfenster ist ein klaffendes Loch geworden. Auch Schnabels sind von der Polizei aufgefordert worden, die Räumlichkeiten auf der Seite zum Einsturzhaus erst einmal nicht zu benutzen, bis die akute Gefahr vorbei ist.

Am Sonntagabend konnten das Ordnungsamt, die Feuerwehr und die Stadtwerke gemeinsam mit der Polizei das Gelände um das Haus absperren, sich von der Feuerwehrleiter aus einen Überblick über das Ausmaß des Schadens verschaffen und gucken, ob die Versorgungsträger wie Gas und Strom abgesperrt sind.

Gestern dann ging es um Grundsätzlicheres. Gegen Mittag rückte eine Firma an und begann mit dem vorsichtigen Abriss dessen, was noch vom Dachstuhl übrig war.

Da die Eigentümer des Einsturzhauses für die Kreisverwaltung nicht greifbar sind, "nehmen wir eine Ersatzvornahme vor", sagt Geschäftsbereichsleiterin Edelgard Schimko.

Mit anderen Worten, die Kreisverwaltung handelt, weil Gefahr im Verzuge ist und nicht gewartet werden kann, bis die Eigentümer erreicht sind. Wie Edelgard Schimko sagt, "haben wir das Haus schon länger im Visier". Wegen der akuten Gefahr sei jetzt aber umgehend der Teilabriss angeordnet worden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen