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Der Prignitzer

21. September 2017 | 14:26 Uhr

"Bergfest trägt den Namen zu Recht"

vom

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erstellt am 27.Jun.2013 | 06:55 Uhr

Kuhbier | Ein Bergfest der speziellen Art feierten Bauarbeiter, Einwohner und Weggefährten der Großbaustelle Kuhbier am Mittwochabend im Dorfgemeinschaftshaus. Über 20 Jahre hatten die Anwohner für eine Ortsumgehung gekämpft, jetzt nähert sich deren Fertigstellung in großen Schritten. Nicht verwunderlich also, dass auf Initiative des Ortsbeirates, der Gemeinde Groß Pankow und der Baufirma Bunte schon einmal kräftig auf das Erreichte angestoßen wurde.

"Wir haben je 160 Kammscheiben, Bratwürste und fünf Fässer Bier bereitgestellt, denn es ist uns ein Bedürfnis, Danke zu sagen", erklärte Ortsvorsteher Kurt Essel. Und dass das Verhältnis zwischen Arbeitern und Einwohnern sowie das zügige Voranschreiten der Baustelle etwas Besonderes ist, wurde schnell anhand der Begrüßungsworte deutlich. "Es ist hier ein leichtes Bauen, weil alle dafür den Weg geebnet haben. Ich bin nun seit 42 Jahren im Beruf, aber ein Bergfest habe ich noch nie gefeierte", verdeutlichte der Vorstandsvorsitzender des Landesbetriebs für Straßenwesen Hans-Reinhard Reuter. In die gleiche Kerbe schlug auch der Bürgermeister der Gemeinde Groß Pankow (Prignitz), Thomas Brandt, als er sagte: "Ich habe selten so eine aufgeräumte und dynamische Baustelle gesehen". "Und das Bergfest trägt seinen Namen zu Recht, denn hier sind wirklich Berge versetzt worden", ergänzte sein Pritzwalker Amtskollege Wolfgang Brockmann.

Die ganzen warmen Worte hörten die zahlreichen Bauarbeiter zwar gern, doch standen an diesem Tag ja eigentlich sie und ihre Arbeit im Mittelpunkt, und deshalb konnte auch ausgiebig gegessen und getrunken werden. "Wir sind voll im Plan und sogar etwas vor Frist, da gibt es schon einmal ein Bergfest, das ist also keine Seltenheit, und auch ein Spatenstich wird mal ordentlich gefeiert", erzählt Jörg Below, der auf der Baustelle unter anderem einen Radlader steuert. "Aber dass dies von einem Dorf oder einer Gemeinde initiiert wird, ist schon selten", ergänzt Tiefbauer Sebastian Thiel aus Malchow. Und dass sich die Arbeiter auf eine lange Feier eingestellt hatten, verriet Gemeindevertreterin Dagmar Lodwig: "Ich habe sonst vier Bauleute in meiner Zimmervermietung, für heute Abend haben sich allerdings sechs angemeldet." Generell ist das gemütliche Beisammensein eine wunderbare Idee, war sich nicht nur Jens Hildebrandt, sondern auch seine vielen Kollegen sicher.

Und was bisher in den vier Monaten Arbeit gewachsen ist, honorieren die Einwohner von Kuhbier wie niemand anders. "Das ist eine sehr gute Aktion und wir sind alle froh, dass der Bau endlich in Gange gekommen ist, die Leute flott und umsichtig arbeiten und immer ein offenes Ohr haben", erklärt Ortsbeirätin Monika Wellenberg.

Lediglich ein kleiner Wermutstropfen blieb bei der Bevölkerung an diesem Abend. Sie selbst können ihre Ortsumgehung ausschließlich über Pritz walk oder von Groß Pankow aus befahren. "Bisher habe ich allerdings noch nichts Negatives gehört", resümiert Wellenberg, und auch Kurt Essel ist der Meinung, dass man lange genug auf die Umgehung gewartet hat und nun sehen wird, wie die Einwohner diesen Fakt annehmen. "Aber sie werden damit schon klar kommen", so Essel.

Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg, der bei dem bisherigen Bautempo allerdings sein Ziel schnell erreichen würde. Denn pünktlich zum 5. November sollen die Bauarbeiten bereits abgeschlossen sein und dass, obwohl "wir zwar im Winter angefangen haben, aber erst im April so richtig loslegen konnten", wie Uwe Becker, Berliner Niederlassungsleiter des Bauunternehmens, verdeutlichte. Doch all das war an diesem Abend zweitrangig. Es ging darum, dass bisher Geschaffene zu feiern. "Und dies solange, wie die Bauarbeiter heute sitzen bleiben", blickte Kurt Essel auf einen langen Abend voraus.

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