Historie : Berges Chronik im Blickpunkt

In unzähligen Stunden trugen Helga Scherfke, Claudia Dieckmann und Christine Rehberg (v. l.) die Eckdaten zur Berger Dorfchronik zusammen.
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In unzähligen Stunden trugen Helga Scherfke, Claudia Dieckmann und Christine Rehberg (v. l.) die Eckdaten zur Berger Dorfchronik zusammen.

Zwei Jahre stellten Claudia Dieckmann, Christine Rehberg und Helga Scherfke die Daten zusammen / Schautafel hängt nun am Anger

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01. Juli 2015, 12:00 Uhr

„Es war eine schöne Zeit, obwohl wir auch manchmal gesagt haben: ,Oh nee, nicht schon wieder“, berichtet Helga Scherfke lachend. Gemeint sind die vergangenen gut zwei Jahre, in denen die Vereinsvorsitzende vom Dorf- und Kulturverein Leben in Berge e. V. sich mit ihren beiden Mitstreiterinnen Christine Rehberg und Claudia Dieckmann zusammen getan hatte, um die Dorfchronik Berges zusammenzutragen.

„Anfang der 90er Jahre hatten wir zwei Schautafeln über die Geschichte Berges auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Einkaufsmarktes stehen. Die sind aber mit den Jahren verrottet. Und da haben wir die Idee aufgegriffen, wieder eine Chronik zusammenzustellen“, sagt Christine Rehberg. Und das Ergebnis hängt seit einer Woche gut sichtbar im Nahkauf am Anger. „Ich habe schon viel positive Resonanz von den Bürgern gehört“, sagt Markt-Inhaber Jürgen Neher. Er hatte die Idee, die Chronik an exponierter Stelle der Öffentlichkeit zu präsentieren. Gesagt, getan – Anfang vergangener Woche wurde sie aus einer Pritzwalker Druckerei angeliefert. Die Herstellungskosten trug der Verein. Alle wissenswerten Daten und einige alte Fotografien sind festgehalten und werden jetzt hinter einer Glasscheibe gezeigt.

Doch bis es soweit war, lagen unzählige Stunden akribischer Archivarbeit hinter den drei Frauen. Bereits mit dem Ersterwähnungsdatum Berges taten sich die drei schwer. „Es gibt zwei verschiedene Daten. Entweder 1420 oder 1422. Wir haben uns auf Letzteres festgelegt“, erzählt Christine Rehberg. Da wurden Groß- und Klein-Berge erstmals im Lehensregister erwähnt. Die Dorfteile waren mit einem Kirchsteig verbunden. Doch die Chronik fängt bereits mit dem Jahr 600 an, als es die erste Besiedlung durch slawische Völker gab.

Claudia Dieckmann, Christine Rehberg und Helga Scherfke hatten aufgrund der Fülle des Materials ihre liebe Not, die Eckdaten für ihre Chronik zusammenzustellen. Sie lasen Zeitungsartikel, stöberten im Kreisarchiv Perleberg, in Unterlagen der Berger Schule und in Schriftstücken, die sich im Keller des sogenannten einstigen weißen Hauses (ehemals LPG) befanden. Gerade auch die älteren Bürger wie zum Beispiel Herbert Viereck, Manfred Dieckmann oder der Kleester Historiker Thomas Glass wussten viel zu berichten. Die drei Frauen erzählten, dass es einige Diskussionen gab, was denn alles in der Chronik aufgenommen werden soll. Fragen über Fragen beschäftigten die drei Rührigen: „Müssen wir so viel über die Schule reinbringen? Was bringen wir von der Agrargenossenschaft rein? Sollten wir die Vereine stärker in den Blickpunkt rücken?“ Eines war aber ganz schnell geklärt, der Taufengel in der Kirche musste unbedingt erwähnt werden. Zudem finden sich alle einschneidenden Erlebnisse wie zum Beispiel auch der Dreißigjährige Krieg wieder. Danach wurde das Gebiet durch Schleswig-Holsteiner wieder neu besiedelt, wie Helga Scherfke zu berichten weiß.

Eine Frage konnte während der gesamten Archivarbeit bis jetzt noch nicht geklärt werden. „Die Feuerwehrkameraden und auch wir konnten nicht erfahren, wann die Berger Wehr gegründet wurde. Es muss so nach 1900 gewesen sein“, sagt Helga Scherfke, die mit dem Gesamtergebnis wie ihre Mitstreiterinnen sehr zufrieden ist, obwohl sie sich fragen: „Ob wir alles richtig gemacht haben?“ Berger werden sicher gespannt die Chronik studieren.  

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