zur Navigation springen
Der Prignitzer

21. November 2017 | 11:22 Uhr

Berge begibt sich auf Brautschau

vom

svz.de von
erstellt am 23.Nov.2011 | 06:48 Uhr

Berge | Eine Fusion mit dem Amt Meyen burg. Diesen Kurs möchte Berge einschlagen. Selbstständig bleiben in einer größeren Amtsstruktur oder sich einer anderen Gemeinde anschließen, lautete am Montagabend die Grundsatzfrage. Mit fünf Ja- und zwei Nein-Stimmen sowie einer Enthaltung fasste die Gemeindevertretung den Grundsatzbeschluss zur Aufnahme von Verhandlungen zwecks Erarbeitung eines Vertragsentwurfs zur Fusionierung der Ämter Putlitz-Berge und Meyenburg.

Hintergrund ist, dass Verwaltungsstrukturen in Brandenburg aufgrund des demografischen Wandels künftig effizienter und kostengünstiger gestaltet werden sollen, eine Landesrichtlinie dazu aber noch nicht existiert. Möglicher Leitfaden ist ein SPD-Papier, was Mindestgrößen für Gemeinden und Ämter definiert.

Vorausgegangen war der Berger Entscheidung eine rege Diskussion. "Warum reden wir zur Zeit nur mit Meyenburg, warum nicht auch mit der Gemeinde Karstädt?", fragte Sybille Viereck. Nicht nur sie möchte Alternativen

aufgezeigt bekommen. Das hatte Hartmut Lossin bereits auf einer der vorangegangenen Gemeindevertretersitzungen gefordert. Auch Helge Dieckmann klinkte sich in diese Diskussion ein und forderte Bürgermeister Werner Eckel auf, das Gespräch mit Karstädts Gemeindeoberhaupt Udo Staeck zu suchen. "Wir sollten Herrn Staeck einladen, das erleichtert unsere Meinungsfindung. Wer weiß, ob man uns überhaupt haben will", meinte auch Siegfried Hartmann.

Sich Karstädt anzuschließen, heiße, die Eigenständigkeit aufzugeben, ein Ortsteil zu werden und mit zwei oder drei Abgeordneten in einer großen Gemeindevertretung zu sitzen. "Das erste, was der Bürgermeister machen wird, ist, unsere Schule zu schließen", schob Eckel eine Befürchtung nach.

Die Befürchtung, dass es der Gemeinde Berge mit einem Anschluss an das wirtschaftlich starke Karstädt schlechter gehen müsse, sah Dieckmann nicht. "Vielleicht sind wir froh, bei einem starken Partner als Ortsteil besser aufgehoben zu sein, als weiter als stolze, selbstständige Berger mit großen Schulden zu leben", argumentierte der Gemeindevertreter.

Eckel hielt der Diskussion entgegen, dass alle anderen Gemeinden des Amtes ihre Eigenständigkeit behalten wollen, auch sei mit dem Grundsatzbeschluss noch keine Entscheidung über einen Zusammenschluss der beiden Ämter gefallen. Die Gemeinde werde nur Mitglied eines fusionierten Amtes, wenn die Gemeindevertretung zustimme, machte Eckel klar.

"Es geht um uns, nicht um die anderen Gemeinden im Amt. Wir müssen aus der Situation das Beste machen, denn es sieht für uns nicht rosig aus mit unseren Schulden", erwiderte Dieckmann.

Heute befassen sich auch die Gemeindevertretungen von Gülitz-Reetz und Pirow mit dem Grundsatzbeschluss zum Thema Verhandlungen zwecks Erarbeitung eines Vertragsentwurfs zur Fusionierung der Ämter Putlitz-Berge und Meyenburg.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen