Benzin, Bier und Burnouts

Durchdrehen bis zum Reifenplatzer: Burnouts gehören - obwohl offiziell verboten - für die VW-Jünger einfach dazu.  Lars Reinhold (4)
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Durchdrehen bis zum Reifenplatzer: Burnouts gehören - obwohl offiziell verboten - für die VW-Jünger einfach dazu. Lars Reinhold (4)

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01. Mai 2011, 06:35 Uhr

Wittenberge | Glänzender Lack, dröhnende Auspuffanlagen, Bier in Strömen - einmal im Jahr ist Wittenberge der Stern im VW-Universum. Rund 4000 Fans der Marken Audi, VW, Skoda und Seat mit 1700 Fahrzeugen sind 2011 der Einladung in die Elbestadt gefolgt, um richtig abzufeiern.

Die wesentlichen Zutaten sind dabei seit Jahren unverändert: Beim Show & Shine-Contest zeigen die Tuner, wie sie ihre Schätze optisch aufgewertet haben. "Mit 97 angemeldeten Fahrzeugen sind es wieder mehr als im Vorjahr", sagt Torsten Ritscher, der als Mitglied der Jury die Tunings bewerten muss. Gerade widmet er sich dem 3er Golf von Maik Heiden aus Wöbbelin, der - von oben bis unten mit Aufklebern übersät - faktisch der Gegenentwurf zum teuren Edel-Lack ist. "Mit einem Aufkleber hat es mal angefangen, jetzt sind rund 2500 Stück drauf", sagt er lachend und klebt gleich noch einen Fußball-Sticker aus einem Schokoriegel dazu. "So was ist natürlich witzig und fällt ins Auge, generell merkt man, dass sich die Leute mehr Gedanken machen und es nicht mehr nur bei tiefer, breiter, lauter belassen", so Juror Ritscher.

Zweites Highlight sind die Sprintrennen. Eine Achtelmeile (201,17 Meter) gilt es so schnell wie möglich hinter sich zu bringen, zudem wird die schnellste Reaktionszeit beim Start gemessen. Neben unzähligen getunten Autos der Besucher gibt sich zum Abschluss der Rennen Deutschlands schnellster VW, der Dragster-Pickup-Käfer vom Gerd Habermann Racing Team, die Ehre und quält seine Reifen mit mehr als 800 PS.

Doch nicht nur auf der Strecke dröhnt es, auch im Campingbereich sorgen zahlreiche selbstgebastelte Fun-Cars für reichlich Lärm. Ballernde Auspuffanlagen und überdimensionale Lautsprecherboxen sind Standard, manche Enthusiasten flanieren mit einer kompletten Bierzeltgarnitur samt Zapfanlage auf dem Anhänger über das Feld.

Reifentot im Wendehammer

Obwohl offiziell verboten, gehören auch Burnouts wieder dazu. Zwei Autos frontal zusammen fahren und Gas geben, bis die Reifen platzen. "Der Burnout muss sein", sagt Tristan Vahlbruch, der mit 25 Kumpeln aus Ostholstein angereist ist. "Sechs oder sieben Reifen haben wir zerlegt, ein irrer Spaß. Generell ist das Treffen hier einfach ein Riesengaudi und man kann super zusammen feiern."

Insgesamt sei es über die Jahre aber ruhiger geworden, resümmeirt Uta Kessler vom Veranstalter WölkEvent. "Immer mehr Besucher reisen mit Wohnmobilen an, feiern entspannter, es gibt weniger Probleme mit Leuten, die zu sehr über die Stränge schlagen", so Kessler.

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