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Der Prignitzer

19. November 2017 | 21:09 Uhr

Bentwischer: Keine Trasse beim Dorf

vom

svz.de von
erstellt am 18.Jul.2013 | 09:23 Uhr

Wittenberge | Die Bürgerinitiative Bentwisch und Umgebung, die sich gegen eine mögliche Autobahntrasse zwischen Hauptdorf und Gartensiedlung und damit in unmittelbarer Wohnhausnähe wehrt, ist Mitglied in jenem Arbeitskreis, der sich am Mittwoch vergangener Woche im hiesigen Rathaus gründete (der "Prignitzer" berichtete). Jener Arbeitskreis soll das Potsdamer Infrastrukturministerium begleiten, das neue Varianten für den Verlauf der A 14 bei Lindenberg und Bentwisch prüft, oder besser sucht.

Die erste Beratung zum Thema fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nach der Sitzung versicherte Dr. Egbert Neumann, Abteilungsleiter Straßenbau im Infrastrukturministerium, für die Variantenprüfung lasse man sich so viel Zeit wie nötig. Geprüft würden im Hinblick auf eine neue A 14-Trasse bei Lindenberg und Bentwisch sämtliche Auswirkungen, die die Strecke haben könnte "vom Nistplatz eines Vogels bis hin zur Bevölkerung".

Diese Zusicherungen wie auch das, was die BI in der Beratung selbst hörte, hat die Vertreter der Bürgerinitiative nicht beruhigt. Das sagte als einer ihrer Vertreter Horst Stary der Redaktion. Das Gegenteil sei der Fall: Die Bürgerinitiative geht vielmehr davon aus, dass bei der Variantenprüfung die Planer sich auf den rund 400 Meter breiten Geländestreifen zwischen der Siedlung und dem Dorf festlegen könnten. Stary sagt: "Wir sehen das als reale Gefahr." Die Prüfung erfolgt in dem Raum zwischen der ursprünglich geplanten Trasse, die in einem Bogen um Lindenberg und Bentwisch herumführte, sowie der Eisenbahnstrecke Wittenberge - Schwerin. Die BI-Vertreter wollen die Sitzung des Arbeitskreises jetzt mit den anderen BI-Mitstreitern besprechen. Dann wird die Bürgerinitiative, der Dr. Jürgen Schimko vorsteht, festlegen, wie es weitergeht. "Auf jeden Fall halten wir nicht still, bis irgendwelche Entscheidungen gefallen sind." Stary ist davon überzeugt, "dass wir als Betroffene uns wehren werden".

Auch Bentwischs Ortsbürgermeisterin Karin Zeida gehört dem Arbeitskreis an. Sie lässt keinen Zweifel daran, "dass ich grundsätzlich für die Autobahn bin". Allerdings dürfe die Trasse - aus welchen Gründen auch immer - nicht unmittelbar an Häusern und Grundstücken von Bentwisch verlaufen. Zeidas Amtskollege in Lindenberg, Karl-Heinz Brüdigam, sagte nach der Beratung im Arbeitskreis, dem auch er angehört, nur: "Wir müssen den Ball flach halten, dürfen keine Emotionen schüren."

Während das Potsdamer Ministerium und die Autobahnplaner von der DEGES für die schnelle Piste arbeiten, kämpft der BUND weiter für eine Alternative zur Autobahn, und das ist nach den Worten des BUND-Kreisvorsitzenden Wilfried Treutler der Ausbau der B 189 und ab Perleberg der der B 5. "Wir schlagen vor, die Bundesstraße durchgängig dreispurig und kreuzungsfrei auszubauen", so Treutler und verweist auf die enormen finanziellen Einsparungen, die damit gegenüber dem Autobahnbau verbunden sind. Kurz hat der BUND-Kreischef dieses Konzept am letzten Mittwoch im Arbeitskreis als Alternative anklingen lassen. Gegenüber dem "Prignitzer" erklärte Treutler, dass es sich um ein Strategiepapier des Bundes-BUND handelt, das in wenigen Wochen vorgestellt werde.

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