zur Navigation springen
Der Prignitzer

18. November 2017 | 22:46 Uhr

"Benimm ist wieder in!"

vom

svz.de von
erstellt am 15.Feb.2013 | 09:10 Uhr

Wittenberge | Von wegen alte Schule. Benimm ist wieder in. Als die Schüler der achten Klasse des Marie-Curie-Gymnasiums im Rahmen ihrer Jugendweihevorbereitungen einen Knigge-Kurs im Brauhaus besuchen, müssen sie jedoch feststellen, dass es bei einem ordentlichen Auftritt einiges zu beachten gibt.

Wie begrüße ich meinen Gegenüber? Wo kommt meine Handtasche hin? Was mache ich mit der Serviette? Und welche Themen sollte ich am Tisch vermeiden? Antworten zu diesen Fragen bekommen die 13- bis 14-jährigen von Kathrin Flecke. Die Mitbegründerin des Prignitzer Jugendweihe e. V. leitet den Kurs, gibt Tipps und Anweisungen. "Viele der Schüler waren erst selten oder noch nie in einem gehobenen Restaurant. Einige wissen noch nicht einmal, wie man ordentlich mit Messer und Gabel umgeht", meint sie.

Um das zu lernen, wird den Jugendlichen ein Drei-Gänge-Menü aufgetischt. Beim Spinat-Erbsencremesüppchen heißt es dann: "Gerade sitzen! Ellenbogen vom Tisch und die Gabel wird zum Mund geführten nicht anders herum."

Zwischen den Gängen gibt es Nachhilfe in Gläserkunde, Serviettentechnik und Berufsknigge. Beim Hauptmenü lernen die Schüler schließlich eine der Königsdisziplin: wie filetiert man eine gebratene Forelle.

"Mit dem Antritt der Jugendweihe, machen die Schüler einen ersten Schritt in das Erwachsenenleben. Ein ordentliches Benehmen kann später im Berufsleben maßgeblich sein", so Flecke.

Im Anschluss an die Veranstaltung wird das Gelernte nochmals in einem Test abgefragt. "Wir wollen sehen, was die Kinder aus der Veranstaltung mitnehmen und was wir vielleicht besser machen könnten", so Flecke.

Übrigens: Beim ersten Kennenlernen oder dem Zusammentreffen mit Kunden oder Geschäftspartnern erfolgt eine Begrüßung mit "Handschlag". Die Handtasche einer Frau kommt immer zwischen Rücken und Stuhllehne und die Serviette wird heutzutage nur noch über das rechte Bein gelegt, informiert Kathrin Flecke die Schüler. Und auch bei der Themenwahl gibt es einige Überraschungen: Gespräche über Arbeit und Sex sind am Tisch erlaubt, tabu hingegen sind Themen aus Politik und Religion. "Ich finde das alles sehr interessant und hilfreich für die Zukunft", meint die Schülerin Emmelie Albrecht.

Der Prignitzer Jugendweihe e. V. gründete sich im vergangenen Sommer, kümmert sich seitdem um Jugendarbeit in der Region im Allgemeinen und Jugendweihevorbereitungen im Speziellen. "Wir bieten unter anderem auch Kurse zur Drogenprävention, Medienkompetenz oder Sexualaufklärung an. Außerdem organisieren wir Jugendreisen", zählt Flecke auf. Mitglied könne jeder werden, wobei sich der Verein vor allem über junge Gesichter freut. Jugendliche zwischen zwölf und 16 Jahren könnten das Jugendweiheprogramm mitorganisieren, Freizeitaktivitäten planen. Außerdem erhielten sie die Möglichkeit sich als Jugendleiter zu qualifizieren. "Bei uns kann sich jeder ganz individuell einbringen." Momentan zählt der Verein zehn Mitglieder.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen