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Wasserbaumaßnahme bei Lenzen : Bekommt die Löcknitz eine Insel?

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Stadt Lenzen fordert Maßnahmen gegen den Gestank und die Verlandung. Sechs Lösungsvorschläge sind in der Diskussion. Eine Entscheidung soll im Januar fallen.

svz.de von
erstellt am 09.Jan.2014 | 23:00 Uhr

Die Löcknitz bei Lenzen soll nach dem Willen der Stadtparlamentarier unterhalb der Seetorbrücke eine Insel erhalten. Die Entscheidung dafür fiel, nachdem Frank Schröder, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverband (WBV) Prignitz, den Abgeordneten zuvor verschiedene Vorschläge für die Unterhaltungsmaßnahme Löcknitz vorgestellt hatte, die ein Ingenieur- und Beratungsunternehmen nach monatelangen Planungen erstellte.

Ziel der anvisierten Wasserbaumaßnahme ist es, die Schlamm- und Geruchsbildung und den Abfluss der Löcknitz deutlich zu verbessern. Bei der von der Stadt favorisierten Insel-Lösung soll das Wasser die neuen, flussmittig angelegte Aufschüttungen umspülen und an beiden Uferseiten entlang fließen. Für diese Variante votieren die Lenzener auch, um den anliegenden Grundstücken eine Wasseranbindung, zumindest bei normalem Wasserstand, zu gewährleisten.

Allerdings ist laut Schröder noch keine endgültige Entscheidung gefallen. „Die Unterlagen sind beim Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz eingereicht. Das Land entscheidet letztendlich, welche der momentan sechs Varianten umgesetzt wird“, so Frank Schröder, der mit einer Entscheidung über das Vorhaben noch im Januar rechnet.

Die nach Meinung der Abgeordneten mangelnde Pflege der Löcknitz am Lenzener Stadtrand stößt bei Einheimischen und Touristen seit Jahren auf Unverständnis. Vor allem die großflächige Verkrautung und die Geruchsbelästigung durch absterbende Wasserpflanzen waren Anlass zur Kritik.

Eine bis zu beiden Ufern durchgängige Wasserfläche, wie sie die Lenzener aus früheren Zeiten kannten, ist „mit den zur Verfügung stehenden Unterhaltungsmittel nicht möglich“, erteilte Frank Schröder etwaigen Hoffnungen eine Absage. Seine Mitarbeiter hatten in den vergangenen Jahren aus Kostengründen immer nur einen mehrere Meter bereiten Streifen am linken Löcknitzufer mit dem Mähboot von den Wasserpflanzen befreit.

Mit der fortschreitenden Verlandung bildeten sich im Laufe der Zeit in der Flussmitte Sandbänke und Biotope, die Wasservögel vermehrt als Brutstätten für sich entdeckten. Fällt die Entscheidung für die von der Kommune bevorzugte Variante, will die Behörde diese Anlandungen als Basis für die neue Insel nutzen. Das hat den Vorteil, dass weniger Materialbewegung während der Bauzeit erforderlich ist, wie es in der Beschreibung der Insel-Lösung heißt. Kostenpunkt wäre etwa 285 000 Euro. Allerdings ist durch die Aufteilung in zwei Flussschläuche auch die Gefahr der Verlandung in den beiden Fließrinnen erhöht. Deshalb besteht ein größerer Unterhaltungsaufwand durch die Ausbaggerung der Fließrinne.

Schon 2006 kamen Experten in einem Gutachten zu dem Schluss, dass die Löcknitz im Bereich der Seetorbrücke verlanden wird. „Trotz des von den Wasserpflanzen provozierten Krautstaus war die hydraulische Abflussgeschwindigkeit im Sinne des Brandenburgischen Wassergesetzes ausreichend gewährleistet“, hatten die verantwortlichen Stellen beim Landesumweltamt stets versichert.



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