Beifallsstürme tosen durch Märchenhain

<strong>Eine Sage um die Burg </strong>in Wittenberg erzählten Montessori-Schüler aus Wittenberge.
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Eine Sage um die Burg in Wittenberg erzählten Montessori-Schüler aus Wittenberge.

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18. Juni 2012, 05:06 Uhr

Plattenburg | Etwas abseits vom lauten Markt- und Rittertrubel haben am Sonntag auf dem Plattenburgspektakel die Kleinen Platz und Bühne. Kinder von sechs Prignitzer Kitas und Grundschulen verzaubern den Eibenhain im Burgpark in einen Märchenwald. Sie haben sich mit eigenen Programmen über die heimatliche Sagen- und Märchenwelt am Wettbewerb der Volks- und Raiffeisenbank Prignitz beteiligt, und ihnen gilt die ganze Aufmerksamkeit, die Zuwendung der Organisatoren vom Tourismusverband Prignitz, von Ronny Löwe von der V+R-Bank und von Kerstin Otto, der Märchenerzählerin Pirolina, die liebevoll durch das Programm der Kinder führt.

Und da gibt es genug zu tun, die angemessenen Worte für die verschiedenartigsten Auftritte der Kinder zu finden. Es ist ein aufgeregtes Gewusel im Halbstunden- und Stundentakt: Requisiten heranbringen und aufbauen, Kostüme anziehen, sich schminken lassen, sich sammeln - toi, toi, toi und ab auf die Bühne. Herzlichen Vorab-Beifall entlockt die einfühlsame Moderatorin dem Publikum vor jedem Auftritt, so dass das Besteigen der Bühne leichter fällt.

Und es gibt kaum Hemmungen bei den Kleinen, hatten sie doch alle fleißig wochen-, ja monatelang geprobt an ihren Stücken - und nicht nur das, wie Robert Tyrkalski, der Schulleiter der Montessorischule Wittenberge, erzählt: Sie hatten sich nicht nur mit der Geschichte ihrer Heimatstadt beschäftigt, sondern auch mit den Lebensverhältnissen im Mittelalter, mit den Bauten und der Kleidung - es war eine dankbare Aufgabe für Patricia Plewa, die Erzieher-Praktikantin aus dem OSZ, die für die AG Theater der Montessorischule den Text aus der Sage um Kunigunde und den Untergang der Burg Wittenberge für die Schüler verfasste.

Ähnlich die Kyritzer Schüler von der Goethe-Grundschule: Geschichtslehrerin Eveline Thielemann hat in Szene gesetzt, wie sie mit den Schülern am liebsten arbeitet: Eine Schülergruppe soll die Geschichte ihrer Stadt erforschen, erfährt vom Ritter Bassewitz, seinem Versuch, die Stadt zu unterwerfen - natürlich aber auch über die Marktfrauen, die den hinterhältigen mecklenburgischen Eroberer festsetzten. Ein Ende mit Schrecken - diese beiden Städte-Sagen.

Die Märchen-Interpreten haben es da besser - sie gehen immer gut aus: Die Vogelhochzeit der Bambis aus Kleinow gelingt allerliebst, die Erzieherin Annemarie Wussow mit der Vorschulgruppe auf die Bühne bringt (was Eltern dazu bewegt, ihr öffentlich den Dank für ihre gesamte Arbeit mit ihren Kindern zu sagen). Oder das Dornröschen von der Kita Waldhaus in Glöwen.

"Was können die Kinder selbst leisten", war Sandra Müllers Intention, und so gerät vor allem das ausgelassene Hochzeitsfest zu einem wahren Feuerwerk fröhlich tanzender und Purzelbaum schlagender Knirpse, das das Publikum rundum begeistert.

Die etwas Älteren von der Grundschule Karstädt nehmen sich Dornröschen fast professionell vor. Schließlich sind sie eine Theater-AG, da wird Dornröschen auf die Plattenburg verlegt, da verraten Requisiten und Kostüme sechs Schuljahre mehr. Und die Schüler bedanken sich herzlich auf offener Bühne bei ihrer AG-Leiterin Bärbel Salow, denn es ist ihr gemeinsames Abschlussprojekt.

Ein tolles Finale bringt die Tanz- und Jump-AG der Waldschule Breese auf und vor die Bühne. Tanz im Wandel der Zeiten beginnt im Mittelalter und endet mit Zugaben der Jumper, die die Bühne zum Beben bringen. Ilona Scheiblich-Geisler, die als Sozialarbeiterin die AG an der Schule arbeitet, freut sich mit ihren Tänzerinnen und Tänzern. Die Jumper, die Beifallsstürme provozieren, haben tolle Anleitung bekommen: von Julia Lemm, Diana Porten und Karl-Ole Kias, die mittlerweile am Gymnasium Wittenberge lernen.

Stiller Zuschauer im Hintergrund ist Ronny Löwe, der schon das CD-Projekt der Volks- und Raiffeisenbank Prignitz mit Kinderliedern initiiert hat und nun vor der schweren Aufgabe steht, Preise zu vergeben. "Ich sehe die Begeisterung der Kinder beim Auftritt, ihre Freude das Ergebnis ihrer wochen- und monatelangen Proben vorzuführen. Alle waren toll, vergleichen fällt schwer - gesiegt haben alle ", sagt er. So entschied gestern auch die Jury. Alle sechs teilnehmenden Gruppen können sich über jeweils 150 Euro freuen.

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