Begegnungsfest : Begegnung in Berge

Einwohner und Flüchtlinge feiern gemeinsam.
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Einwohner und Flüchtlinge feiern gemeinsam.

Gemeinsames Fest zeigt das Einleben von Flüchtlingsfamilien in der Gemeinde

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06. Juni 2016, 05:00 Uhr

Die Chemie zwischen Einwohnern und Flüchtlingen in Berge stimmt. Deshalb hatten die Kita „Mäuseburg“ und der Kultur- und Dorfverein Berge am Samstag zum Begegnungsfest eingeladen. Schon beim Eröffnungsprogramm tanzten syrische und afghanische Kinder mit.

Das zehn Meter lange Büfett trug zum großen Teil die Handschrift der Flüchtlingsfamilien. Auf eigene Kosten hatten sie es mit Nationalgerichten bestückt, deren Namen die Berger oft erst beim zweiten oder dritten Versuch aussprechen konnten, die aber auf Anhieb schmeckten. Gegessen wurde gemeinsam ohne Grüppchenbildung.

Das Freigelände der Kita war für die Veranstaltung in ein kleines Festareal verwandelt und durch Teile des angrenzenden Pfarrgartens ergänzt worden. Bürger hatten einen Grill bereitgestellt, Getränke und Obst gespendet, halfen bei den Basteltischen.

„In Berge leben 35 Flüchtlinge überwiegend aus Afghanistan und Syrien“, sagte die stellvertretende Bürgermeisterin und Kulturvereinsvorsitzende Susanne Scherfke-Weber. „Alle Familien haben Paten im Ort, die ihnen helfen, dem Alltag zu bewältigen. Dazu gehört auch, sie zu Behörden und Einkäufen zu begleiten und ihnen zu erklären, wo und wie Alltägliches am besten zu erledigen ist.“

Wenn Flüchtlinge abends einmal in Wittenberge oder anderswo ohne Rückfahrmöglichkeit nach Berge gestrandet sind, werden sie von den Helfern auch schon einmal abgeholt. „Viele stehen nicht mehr oder nicht mehr vollständig im Arbeitsprozess, das erleichtert die Unterstützung“, so Susanne Scherfke-Weber. Vor allem erleichtere es der Kontakt mit den Helfern den Syrern und Afghanen, die Deutschkenntnisse zu verbessern.

Im Ort gab es auch einen Deutschkurs, der kürzlich mit der Übergabe der Zertifikate endete. Einen weiteren strebt der Helferkreis an, dafür fehlen trotz Unterstützung des Amtes aber noch die Rahmenbedingungen.

Regelmäßig kommt der Helferkreis zusammen, um Erfahrungen auszutauschen. Über eine Krankenschwester besteht Kontakt zum Arzt. Auch das Amt hilft unbürokratisch. Als Erfolg wertete es die stellvertretende Bürgermeisterin, dass es bei der letzten Einwohnerversammlung keine Klagen über Probleme mit Flüchtlingen gab.

In der Kita und im Hort, wo sieben Flüchtlingskinder betreut werden, gab es diese von Anfang an nicht, sagte die Leiterin der Einrichtung, Christine Rehberg. Dort wurde im Hort für den Computer eine Sprach-App zum Erlernen der deutschen Sprache und für Übersetzungen angeschafft.

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