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Discounter Bad Wilsnack : Bedenken zum Standort

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Stadtverordnete beschließen Planentwurf trotz Einwänden von Gewerbetreibenden und Bürgern

von
erstellt am 16.Mai.2014 | 08:00 Uhr

„Sie fügen der Stadt mit dieser Standortentscheidung Schaden zu.“ Mit drastischen Worten brachte Frohgemut Schnabel bei der Wilsnacker Stadtverordnetenversammlung am Mittwochabend die Bedenken einiger Bürger und Gewerbetreibender zum geplanten Supermarkt in der Badstraße auf den Punkt. Zuvor hatten sich bereits Christian Richter, Betreiber der Stadtapotheke, und Bärbel Mann als Vertreterin der Initiative „Aktiv für Wilsnack“ mit kritischen Überlegungen zu Wort gemeldet.

Der Zeitpunkt der Einwände verwundert nicht – standen doch der Beschluss zur Auswertung der Stellungnahmen zum Bebauungsplanentwurf und dessen Aktualisierung auf der Tagesordnung. Seit mehr als fünf Jahren kämpft die Stadt Bad Wilsnack um einen zweiten Supermarkt. Zahlreiche Standortvarianten wurden mit potenziellen Investoren durchgespielt, schließlich fiel die Entscheidung zugunsten einer Brachfläche in der Badstraße (wir berichteten).

Die Geschäftsleute befürchten, dass der Standort nördlich der Bahnlinie dazu führt, dass Auswärtige, die dort einkaufen, dann keinen Grund mehr haben, in die Innenstadt zu kommen. Weiterhin wird bemängelt, dass es für ältere Wilsnacker, die auf Rollatoren oder Gehhilfen angewiesen sind, nicht zumutbar sei, zum Erreichen des Marktes die Unterführung zu nutzen. „Mit dem Abriss der Alten Molkerei beispielsweise haben sich ganz neue Flächenoptionen innerhalb der Stadt ergeben“, argumentiert Christian Richter. „Ich halte es für falsch, auf Basis älterer Gespräche und Analysen die Entscheidung zu treffen.“

In der Stadtverordnetenversammlung fanden die Einwände, die allesamt auch schriftlich bei der Verwaltung eingegangen waren, wenig Gehör. Bauamtsleiter Peter Rollenhagen erklärte, dass alle Alternativen an der Größe der Flächen oder den Wünschen der Investoren zur Verkehrsanbindung gescheitert seien. „Alle Einwände sind von uns abgewogen worden, und faktisch bleibt nur der Standort Badstraße.“ Zwar positionierten sich die Abgeordneten geschlossen zum neuen Markt, räumten aber ein, dass der Standort nicht optimal sei. Dennoch wurden beide Anträge mehrheitlich angenommen. „Neun von zehn Wilsnackern wollen den Supermarkt so schnell wie möglich“, kommentierte Bürgermeister Dietrich Gappa das Verfahren und begründete so die Nichtberücksichtigung der Einwände.

 

Wie bewerten sie, liebe Leser, die Situation in Bad Wilsnack? Sind Sie für den Markt am geplanten Standort oder präferieren Sie einen Standort in der Innenstadt? Oder sind sie gar der Meinung, der vorhandene Supermarkt reicht aus? Bitte nehmen Sie an unserer UMFRAGE teil.


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