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Der Prignitzer

19. November 2017 | 15:28 Uhr

Müllentsorgung : Becker gewinnt Aufträge

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Altpapier, Haus- und Sperrmüll – Wittenberger Betrieb atmet auf. Geschäftsführer Robert Enge spricht von einer soliden Basis

von
erstellt am 14.Nov.2017 | 21:00 Uhr

Robert Enge hat richtig gute Nachrichten: „Wir haben mehrere Aufträge bei den Ausschreibungen des Landkreises gewinnen können. Das sichert den Fortbestand unseres Unternehmens“, sagt der Geschäftsführer der Becker Umweltdienste GmbH in Wittenberge.

Ab April 2018 ist Becker alleine für die Sammlung von Hausmüll und Altpapier zuständig. Auch die Sperrmüllsammlung und die ab April neue Sammlung von Elektronikschrott konnte das Unternehmen gewinnen. Ebenfalls die Vermarktung des Altpapiers. Diese Entscheidungen bei der Vergabe durch den Landkreis sind Rettungsanker und zugleich die Basis für die kommenden Jahre. Robert Enge versucht gar nicht erst, die Lage zu beschönigen: „Hätten wir verloren, wäre das für unseren Betrieb existenziell gewesen.“ Mit anderen Worten: Der Fortbestand und 51 Arbeitsplätze waren bedroht.

Spätestens nach der verlorenen Ausschreibung für das Einsammeln der gelben Säcke ab 2018 wurden die Sorgenfalten größer, auch wenn Enge sich gegen betriebsbedingte Kündigungen entschieden habe. „Aktuell machen wir 55 Prozent unseres Umsatzes über öffentliche Aufträge. Das sagt alles“, erklärt Enge. Der Markt sei stark umkämpft, die öffentlichen Aufträge immens wichtig. „Man kann mit ihnen kein Geld verdienen, aber sie bilden eine solide Basis, bedeuten eine Grundauslastung für Personal und Technik.“

Für das Altpapier habe Becker eine Papierfabrik als Partner und Subunternehmer gewinnen können. „Wir liefern das Papier direkt dorthin.“ Es gebe keinen Zwischenhändler, der bei den ohnehin geringen Margen auch noch etwas abgeschöpft hätte. Ähnlich sei es beim Haus- und Sperrmüll. Den Verwertungsauftrag erhielt ein Müllheizkraftwerk bei Magdeburg. „Aber wir sind der Partner, werden den Umschlag und den Transport übernehmen. Das ist für uns eine völlig neue Aufgabe“, betont Robert Enge.

Zu verschmerzen sei, dass die Vergabe der Schadstoffsammlung an die Fehr Umwelt GmbH ging und Alba den Zuschlag für das Altglas erhielt, das Becker aber als Subunternehmer wie bisher weiter einsammeln werde.

Künftig wolle Robert Enge den Betrieb so ausrichten, dass man unabhängiger von den Ausschreibungen werde. Zu einem wichtigen Standbein sollen Kanalreinigung und -untersuchung werden. Schon jetzt sei man in diesem Segment zwischen Hamburg, Berlin und Magdeburg tätig.

Der Bauboom sorge für eine große Nachfrage. Und was die Unterhaltung der Leitungssysteme betrifft, gebe es aus Enges Sicht einen erheblichen Nachholbedarf. Ein weiteres Standbein ist die Entsorgung gewerblicher Abfälle jeglicher Art. „Unter anderem sind wir Vertragspartner der MV Pipe GmbH in Wittenberge.

Enge übernahm im Jahr 2016 die Geschäftsführung. Nach einer schwierigen Phase schreibe das Unternehmen, an dem der Landkreis zu 50 Prozent beteiligt ist, wieder schwarze Zahlen. Der Jahresumsatz liege bei fünf Millionen Euro. Mit der Vermietung von Büros und einer Halle an Prignitz-Bus habe man eine zusätzliche Einnahmequelle schaffen können.

Die gewonnenen Aufträge laufen teilweise bis zu zehn Jahre. „Das gibt uns eine Sicherheit, so dass wir wieder investieren können“, blickt Robert Enge voraus. Unter anderem sollen zwei moderne Fahrzeuge für das Einsammeln von Hausmüll gekauft werden, das erste schon in Kürze.

 


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