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Der Prignitzer

17. August 2017 | 23:36 Uhr

Becker entsorgt das Altpapier

vom

Prignitz | Die Becker Umweltdienste aus Wittenberge übernehmen ab April 2012 die Entsorgung des Altpapiers im Landkreis. Für die Bürger ändert sich dann das gesamte System. Gestern unterzeichneten Geschäftsführer Peter Wladacz und Landrat Hans Lange (CDU) den Vertrag. Das Unternehmen hatte sich in einer europaweiten Ausschreibung durchgesetzt und tritt die Nachfolge des bisherigen Entsorgers MDL aus Falkenhagen an.

Vier Bieter hatten ein Angebot eingereicht, einer von ihnen legte gegen die Vergabe an Becker Widerspruch ein, sagte Hans Lange. Da das erfolglos blieb, erhob die Firma Klage, "zog sie aber im letzten Moment zurück", so der Landrat.

Aus organisatorischen Gründen ist Peter Wladacz froh darüber, denn ein Prozess hätte die dringend benötigte Zeit für die Umstellung des Entsorgungssystems auf ein Minimum reduziert. 80 Prozent aller Grundstückseigentümer müssen bis zum 1. April eine blaue Tonne erhalten. Deren Auslieferung beginnt im Februar.

Ebenfalls zum 1. April werden alle bisherigen Papiercontainer an den Stellplätzen ausgetauscht. Becker stellt im Auftrag des Landkreises 1100 Liter-Behälter auf. Die jetzigen fassen 3200 Liter. "Es werden aber alle bisherigen Stellplätze beibehalten, das sind mehr als 300", sagt Edelgard Schimko, zuständige Geschäftsbereichsleiterin. Ab April dürfte eigentlich auch das jetzt oft vorherrschende Bild der überquellenden Container vorbei sein. Zusammen mit den Tonnen erhöhte sich das Fassungsvermögen im Kreis um das Fünffache. Vorbei allerdings die Zeit, in der Bürger ganze Kartons und großformatige Pappen in die Container werfen können. Die neuen werden nur noch einen Schlitz haben. Wer also große Stücke entsorgen möchte, muss diese falten.

Für die Becker Umweltdienste verbessert sich mit diesem Auftrag die wirtschaftliche Lage. Zeitweilig hatte der Betrieb durch Niederlagen bei Ausschreibungen um sein Überleben kämpfen müssen. Im vergangenen Jahr gab es Entlassungen.

Ab 2012 entsorgt Becker im Kreis dann wieder den Hausmüll, die gelben Säcke und das Altpapier. "Wir werden zehn Arbeitskräfte einstellen, vorwiegend für den Fuhrpark", kündigt Wladacz an. In Spitzenzeiten kommen noch Leiharbeiter dazu. Derzeit sind 47 Mitarbeiter beschäftigt.

Die Kreistagsabgeordneten haben sich bewusst für das neue Entsorgungsmodell entschieden. Die blaue Tonne hatten zahlreiche Bürger gefordert. Sogar eine Unterschriftenaktion hatte es gegeben, an deren Ende im April 2010 rund 3880 Bürger eine blaue Tonne forderten. Zuvor hatte der Kreis per Gericht privaten Entsorgern verboten, weiterhin blaue Tonnen aufzustellen.

Die Erlöse aus den Altpapierverkauf fließen an den Landkreis, sind Einnahmen, die sich positiv auf die Müllgebühr auswirken. Durch die Kombination von Containern und Tonnen erhofft sich der Kreis noch mehr Altpapier. Aktuell liegt der Preis pro Tonne nur bei 80 bis 100 Euro, in der Spitze bei 200 Euro.

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erstellt am 20.Dez.2011 | 06:16 Uhr

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