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Der Prignitzer

26. September 2017 | 22:10 Uhr

Baustellen im Tiefschlaf ärgern Autofahrer

vom

svz.de von
erstellt am 08.Nov.2011 | 08:29 Uhr

Potsdam | Baustellen und kein Ende. Auf Brandenburgs Straße gibt es mehr als 500 Baustellen. Nicht auf allen wird gearbeitet, das jedenfalls ist der Eindruck manches Autofahrers. Seit vor knapp vier Wochen der Baustellenmelder vom Bundesverkehrsministerium freigeschaltet wurde, gab es 40 Meldungen aus Brandenburg, hieß es aus Berlin. Der Landesbetrieb Straßenwesen in Hoppegarten hat 33 gezählt.

Besondere Ärgernisse sind Bummel-Baustellen auf den Autobahnen: 2, 9, 10, 11, 12, 13, 15, 111, 115 und 117. Hinzu kommen noch fünf Bundesstraßen und eine Landstraße. Keine der Meldungen liegen allerdings in der Prignitz.

Bundesweit gibt es mehr als 800 Meldungen von verärgerten Autofahrern, teilte das Bundesverkehrsministerium mit. Das ist nur die Spitze des Eisbergs: Entsprechende Hinweise gebe es um ein Vielfaches mehr, erklärte ADAC-Sprecher Matthias Schmitting. Mit dem Baustellenmelder (www.bmvbs.de/baustellenmelder) hätten die Bürger endlich einmal die Möglichkeit ihren Frust über zu langsame Baustellen loszuwerden.

Im Vergleich kommt Brandenburg noch gut weg: Die meisten Hinweise über Bummelbaustellen gingen aus Nordrhein-Westfalen ein, teilte das Bundesverkehrsministerium mit - 290 Fälle. Je 60 bis 70 Meldungen kämen aus Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Allerdings: Nicht auf jeder vermeintlichen Schlafbaustellen pausierten tatsächlich die Arbeiten, warnte Schmitting. Nur wenige Maschinen auf kilometerlangen Baustellen: Mit neuen Technologien könne heute mit weniger Bauleuten deutlich effizienter gebaut werden. "Das ist oft auch nur eine gefühlte Bummelei", meint Schmitting. Auch sei das Baumanagement besser geworden, meinte Frank Fleischhauer, Regional-Sprecher des Automobilclubs ACE.

Der Landesbetrieb Straßenwesen wiegelt sogleich ab: Die Recherchen hätten bisher ausnahmslos ergeben, dass keine der angezeigten Baustellen tatsächlich "schlafe". Insgesamt gibt es zurzeit 20 Baustellen im Land. Dabei ließen sich durch besseres Eintakten die Bauarbeiten an Straßen 30 Prozent schneller erledigen, erklärte Schmitting. Der Zeitdruck ist groß: Häufig seien Baustellen der Grund für Staus, meinte Fleischhauer. 2010 wurden bundesweit 185 000 Staus auf Autobahnen gemeldet, fast ein Drittel mehr als 2009.

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