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Deichbau in der Prignitz : Baustart für Abschnitt 2 rückt näher

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Landesamt für Bauen und Verkehr arbeitet Planfeststellungsbeschluss aus / Arbeiten am Los 3a liegen im Zeitplan

von
erstellt am 04.Feb.2015 | 20:00 Uhr

Der Zeitplan, den die zuständigen Landesbehörden nach dem Hochwasser 2013 für den Deichbau in Breese und Wittenberge aufgestellt hatten, war ehrgeizig, damit Breese nicht noch einmal absäuft. Der Baustart für das Los 3a, dass Breese bei einem erneuten Hochwasser vor dem Rückstau der Stepenitz schützen sollte, wurde gehalten. Seit dem 18. November wächst hier der Deich, nachdem Vorarbeiten wie Munitionssuche und -bergung, archäologische Untersuchungen und die Baufeldberäumung abgeschlossen waren.


Abschnitt 3a liegt gut im Zeitplan


„Der Rohdeich zum Schutz vor einem eventuellen Winter- bzw. Frühjahrhochwasser wurde bereits Ende 2014 fertig gestellt und abgenommen“, informiert Achim Wersin vom Brandenburgischen Umweltministerium. Aktuell erfolge dort die Profilierung der wasserseitigen Böschung um bei entsprechender Witterung die Tondichtungsbahn aufzubringen. Gleichzeitig werde auf der landseitigen Böschung das Schotterband eingebaut und der Oberboden angedeckt.“

Trotz umfangreicher Voruntersuchungen habe es mit dem Baugrund Schwierigkeiten gegeben. „Aus diesem Grund mussten die Regelprofile hinsichtlich der Standsicherheit überprüft werden. Im Endeffekt konnte jedoch wie ursprünglich geplant gebaut werden“, erklärt der Experte. Eine weitere Schwierigkeit habe es im Bereich der Baustellenzufahrt gegeben, da dieser Bereich als inoffizieller „Schulweg“ genutzt wurde, sodass zusätzliche Sicherungsmaßnahmen notwendig wurden. „So konnten Begegnungen zwischen Lkw und Fußgängern bzw. Radfahrern vermieden werden.“

Alle notwendigen Abstimmungen zwischen Auftraggeber, Baufirmen und Planern seien schnell erfolgt, aus diesem Grund verlaufe der Baufortschritt aktuell gemäß Zeitplan.


Vorarbeiten für Baulos 1 laufen


Auch das Deichbaulos 1, dass vom Ortseingang Breese bis zur Bahnstrecke Richtung Berlin verläuft, ist bereits in Arbeit. „Die Holzungen und Rodungen sind abgeschlossen, aktuell wird das Baufeld frei gemacht, im Bereich der zukünftigen Deichaufstandsfläche und des Altdeiches Oberboden abgetragen und die Baustraße vorbereitet“, sagt Achim Wersin. Auch hier habe der Untergrund für Schwierigkeiten gesorgt. „Unter dem Oberboden der späteren Deichaufstandsfläche befindet sich auf einer Länge von rund 250 Metern eine etwa 20 Zentimeter mächtige und zehn Meter breite Schlacke-Schicht. Erst nach Überprüfung, ob eine Schadstoffbelastung von dieser Schicht ausgeht, kann diese ausgebaut und entsorgt werden.“ Dennoch sei man auch hier im Zeitplan.

Auch für das Baulos 2, das den Deich vom südwestlichen Ortseingang von Breese bis zur Breeser Straße in Wittenberge und die darauf verlaufende Landesstraße 11 beinhaltet, scheint der Zeitplan aufzugehen. Avisiert war der Baustart für 2015.


Baustart für Los 2 wie geplant 2015


„Dieses Ziel können wir mit ziemlicher Sicherheit halten“, sagt Frank Schmidt, Planungsdezernatsleiter im Landesbetrieb Straßenwesen. „Das Planfeststellungsverfahren läuft. Es gab zwei Gesprächstermine, in denen die Einwendungen diskutiert worden sind.“ Die Einwendungen hätten sich überwiegend um Zufahrten und Grundstücksgrößen gedreht, es gab keinerlei grundsätzliche Stimmen gegen das Vorhaben an sich. „Die Dokumente liegen nun beim Landesamt für Bauen und Verkehr als zuständiger Planfeststellungsbehörde. Sobald von dort das Ok kommt haben wir Baurecht und es kann losgehen“, so Schmidt.

Um einen reibungslosen Baustart zu ermöglichen, habe der Landesbetrieb Straßenwesen bereits Maßnahmen vorgezogen. So wurde zwischen Wittenberge und Breese ein Amphibiengewässer angelegt, weiterhin seien Abstimmungen mit dem Munitionsbergungsdienst und den Archäologen, die den Bau begleiten werden, erfolgt. „Grundsätzlich können wir erst mit den Arbeiten beginnen, wenn der Munitionsbergungsdienst sein Ok gibt“, erklärt Schmidt. „Allerdings kann es sein, dass dann im Rahmen der archäologischen Untersuchung oder der Baumfällarbeiten nochmal Munition gefunden wird und es zu Verzögerungen kommt.“

Schließlich sei der Landesbetrieb Straßenwesen bereits damit befasst, die Ausführungsplanung vorzubereiten. „Dann können wir sofort mit den Ausschreibungen beginnen, wenn wir Baurecht haben.“  

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