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Der Prignitzer

18. August 2017 | 12:48 Uhr

Unmut in Bälow : Baupause am Deich

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die Verzögerung ist laut Planer Rainer Fritze aber vorgesehen. Rad- und Autofahrer ignorieren teilweise Durchfahrverbote.

Derzeit herrscht Ruhe auf der Baustelle für den neuen Deich zwischen Sandkrug und Bälow. Diese Pause ist aber in das Projekt eingeplant, erklärt Rainer Fritze vom Planungsbüro Pöyry aus Perleberg, auf „Prignitzer“-Anfrage. „Es ist eine sogenannte planmäßige technologische Pause. Die Baufirma wartet auf die Gittersteine, die als Pflasterung auf der wasserseitigen Böschung dienen werden“, so Fritze. Gepflastert wird dort, damit der Deich bei Hochwasser widerstandsfähiger gegen den Wellenschlag ist.

Der Grund für die Pause sei eigentlich ein positiver. „Mit den Bauarbeiten für den Untergrund sind wir schneller fertig geworden. Das liegt auch an dem relativ milden Winter.“ Die Lieferzeiten für die 22 Zentimeter starken Rasengittersteine waren im Vorfeld abgesprochen, Liefertermin ist eben erst in zwei Wochen. Mehrere tausend Quadratmeter dieser Steine, von denen einer 30 mal 30 Zentimeter groß ist, werden extra für das Vorhaben angefertigt. „Ebenso gut hätte es sein können, dass die Arbeiten für den Untergrund bis zum Lieferdatum der Gittersteine heranreichen.“ Die gesamte Steinfläche wird dann mit Muttererde bedeckt, so dass das Gras hindurchwachsen kann. So ein großes Projekt, veranschlagt sind für den Deichbau etwa zwei Millionen Euro, werde nicht auf Kante geplant, sagt Fritze. Es gebe immer Karenzen. „Im Moment liegen wir voll im Zeitplan“, betont Rainer Fritze. Der verstärkte Deich soll Ende August fertig sein. Der Hochwasserschutz ist dann im Mittel etwa einen Meter höher als bisher.

Der Deichbau liegt in Verantwortung des Landesamtes für Umwelt und soll direkt in den zweiten Teil – die Kreisstraße mit Schottertragschicht und Asphaltaufbau – übergehen. Im Mai/Juni wird die Deichstraße ausgeschrieben. Federführend für dieses Teilprojekt ist die Kreisstraßenmeisterei. Das gesamte Bauvorhaben bei Bälow soll Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Für einigen Unmut bei Bauarbeitern und auch Anwohnern sorgen immer wieder Radfahrer, die alle Verbote und Umleitungshinweise ignorieren und teilweise mitten durch die Baustelle fahren. Dafür öffnen sie sogar die Bauzäune. Diese sind mittlerweile mit Vorhängeschlössern gesichert. Die Situation ist Gerald Neu, Leiter des Ordnungsamtes Bad Wilsnack/Weisen, bekannt. „Es ist verlockend, dass in Bälow noch eine Betonspur auf dem Deich entlang führt. Aber es geht natürlich nicht, dass Radfahrer die Absperrungen ignorieren. Es handelt sich um eine Baustelle und die Verletzungsgefahr ist vorhanden.“

Ein weiteres Problem ist, dass Autofahrer den unbefestigten Sommerdeich als Abkürzung nutzen, obwohl der nur für Radfahrer freigegeben ist. „Die Polizei kontrolliert verstärkt. Der Elberadweg ist nur für Radler gedacht, oder für Anlieger, zum Beispiel Waldbesitzer, die Holz holen oder jemanden, der seine Wiese bewirtschaften möchte“, erklärt Neu, der befürchtet, dass in den nun kommenden, wärmeren Tagen immer mehr Leute unerlaubt den Elberadweg nutzen werden.

Ein ähnliches Problem existiert in Gnevsdorf, wo derzeit das Wehr modernisiert wird. „Auch hier fahren einige Radler an der Absperrung vorbei über die Baustelle“, so Neu. Und das, obwohl es mit dem Mitteldeich eine Umleitung kurz vor der Baustelle gibt. Neu informiert, dass ab sofort eine Umleitung für Radfahrer nach Abbendorf vorgesehen ist. Sie führt vor dem Wehr auf die Kreisstraße 7005 und dann bis nach Abbendorf, wo man wieder auf den Deich gelangt. Gerald Neu appelliert an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer, die Absperrungen zu beachten und den ausgeschilderten Umleitungen zu folgen. 

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erstellt am 26.Apr.2017 | 21:00 Uhr

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